Was ist Arthrose?
Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung überhaupt: In der Schweiz sind schätzungsweise 1 Million Menschen betroffen, weltweit über 500 Millionen. Sie entsteht durch den fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels, der als Stossdämpfer zwischen den Knochenenden wirkt. Wenn der Knorpel dünner wird, reiben Knochen aufeinander – es entstehen Entzündungen, Schmerzen und Verformungen.
Arthrose betrifft am häufigsten Knie (Gonarthrose), Hüfte (Coxarthrose), Hände (Fingergelenke, Daumensattelgelenk) und die Wirbelsäule (Spondylarthrose). Sie ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die aber in ihrer Entwicklung beeinflusst werden kann.
Häufige Symptome
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren
- Alter: Knorpel regeneriert sich mit dem Alter schlechter – Arthrose ist keine Krankheit des Alters, aber Alter ist ein Risikofaktor.
- Übergewicht: Jedes Extra-Kilogramm belastet das Kniegelenk mit dem 4–6-fachen beim Gehen – Übergewicht beschleunigt den Knorpelabbau erheblich.
- Mechanische Überlastung: Sportverletzungen, berufliche Fehlbelastungen oder einseitige Bewegungsmuster schädigen den Knorpel.
- Genetische Veranlagung: Arthrose in der Familie erhöht das persönliche Risiko deutlich.
- Frühere Gelenkschäden: Kreuzbandrisse, Meniskusschäden oder Knochenbrüche erhöhen das Arthroserisiko.
- TCM-Perspektive:Bi-Syndrom (Wind-Kälte-Feuchte-Blockierung der Meridiane) und geschwächtes Nieren-Qi gelten als Grundlagen von Gelenkbeschwerden.
Wann ärztlich abklären lassen?
- Bei plötzlicher, starker Gelenkschwellung (mögliche Entzündung oder Verletzung)
- Zur Erstdiagnose: Röntgenaufnahme zur Beurteilung des Knorpelzustands
- Zur Abgrenzung von Rheuma oder anderen Gelenkerkrankungen
- Bei rascher Verschlechterung oder unklaren Symptomen
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Bewegung: Regelmässige, gelenkschonende Bewegung (Schwimmen, Rad, Spazieren) ist die wirksamste Massnahme zur Verlangsamung der Arthrose.
- Physiotherapie: Muskelkräftigung um das Gelenk reduziert die Belastung des Knorpels erheblich.
- Schmerzmedikamente: NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac) helfen akut – langfristige Einnahme belastet jedoch Magen und Nieren.
- Hyaluronsäure-Injektionen: Können die Gelenkflüssigkeit verbessern und Schmerzen lindern.
- Gelenkersatz (Endoprothese): Bei schwerem Gelenkverschleiss als letzte Option.
- TCM: Akupunktur, Tuina und Kräutertherapie zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
Kann TCM bei Arthrose unterstützen?
Arthrose ist eine der am besten untersuchten Indikationen für Akupunktur. Mehrere hochwertige Studien – darunter eine grosse Metaanalyse im Journal of Pain (2018) – zeigen, dass Akupunktur bei Kniearthrose Schmerzen signifikant reduziert und die Funktion verbessert, verglichen mit Schein-Akupunktur oder keiner Behandlung.
In der TCM wird Arthrose als Bi-Syndrom (Wind-Kälte-Feuchte-Blockierung) behandelt. Ziel ist die Verbesserung des Qi- und Blutflusses in den betroffenen Meridianen.
- Akupunktur reduziert Schmerzsignale, hemmt lokale Entzündungsmarker und verbessert die Gelenkbeweglichkeit
- Tuina mobilisiert das Gelenk sanft und verbessert die Durchblutung der gelenknahen Strukturen
- Moxibustion wärmt und nährt bei kälteverstärkten Arthrosebeschweden
- Kräuterformeln wie Du Huo Ji Sheng Wan stärken Nieren und Leber als Träger von Knochen und Sehnen
TCM kann Schmerzen lindern und Beweglichkeit verbessern – aber den Knorpelabbau nicht umkehren. Als ergänzende Therapie zu Bewegung und Physiotherapie ist sie besonders wirksam.
Arthrose und Lebensqualität
Arthrose beeinträchtigt nicht nur die Bewegungsfreiheit – sie nimmt Unabhängigkeit, Hobby und Lebensfreude. Viele Betroffene reduzieren aus Schmerzangst die Bewegung, was die Situation verschlimmert. TCM hilft, den Schmerzkreislauf zu durchbrechen und mehr Mobilität zu erhalten.
Arthrose behandeln – in deiner Nähe
In unserem TCM-Netzwerk behandeln wir Arthrose und Gelenkbeschwerden an mehreren Standorten in der Deutschschweiz.


