Was ist Migräne?
Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen – weltweit betrifft sie etwa 15 % der Bevölkerung, Frauen dreimal häufiger als Männer. Sie ist deutlich mehr als ein starker Kopfschmerz: Migräne ist eine komplexe Gehirnerkrankung mit wiederkehrenden Attacken, die den Alltag teils vollständig lahmlegen können.
Viele Betroffene kennen Vorboten (Prodromalphase), Aura und die eigentliche Schmerzphase mit Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Nach der Attacke folgt oft eine Erschöpfungsphase (Postdromalphase) von mehreren Stunden.
Migräne vs. normale Kopfschmerzen
Nicht jeder Kopfschmerz ist Migräne. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:
Mögliche Auslöser (Trigger)
- Stress und Entspannung danach: Viele Betroffene bekommen Migräne am Wochenende nach stressiger Woche.
- Schlafmangel oder -übermaß: Unregelmässiger Schlaf destabilisiert das Gehirn.
- Hormonelle Schwankungen: Menstruationsmigräne ist ein häufiges Phänomen bei Frauen.
- Bestimmte Nahrungsmittel: Rotwein, Käse, Schokolade, Koffeinentzug können Auslöser sein.
- Sinnesreize: Grelles Licht, starke Gerüche, laute Geräusche.
- Wetterveränderungen: Viele Betroffene reagieren empfindlich auf Föhn oder Druckwechsel.
Wann ärztlich abklären lassen?
Folgende Warnsignale erfordern sofortige ärztliche Abklärung:
- Erstmaliger, sehr starker Kopfschmerz («schlimmster Kopfschmerz meines Lebens»)
- Kopfschmerz mit Fieber, Nackensteifigkeit oder Hautausschlag
- Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Sehverlust, Sprachprobleme
- Kopfschmerz nach Kopfverletzung
- Starke Zunahme der Attackenfrequenz ohne erklärbaren Grund
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Akutmedikamente: Triptane, NSAIDs und Ergotamine können eine akute Migräneattacke kupieren.
- Prophylaxe: Betablocker, Antidepressiva oder neuere CGRP-Antikörper reduzieren Attackenfrequenz.
- Nicht-medikamentöse Prophylaxe: Akupunktur, Biofeedback, regelmässiger Schlaf, Ausdauersport.
- Lebensstilanpassung: Trigger-Identifikation durch Migränetagebuch, Stressmanagement.
Kann TCM bei Migräne unterstützen?
Akupunktur gehört zu den bestuntersuchten komplementärmedizinischen Methoden bei Migräne. Die Cochrane Collaboration (2016) stellte in einem systematischen Review fest, dass Akupunktur zur Migräneprophylaxe wirksam ist – mindestens vergleichbar mit Prophylaxemedikamenten, bei geringeren Nebenwirkungen.
In der TCM wird Migräne oft dem Leber-Yang-Hochschlagen oder einem Qi-Stau zugeordnet. Die Behandlung zielt auf die Regulation des Qi-Flusses im Gallenblasen- und Lebersystem ab.
- Reduktion der Attackenfrequenz und -intensität
- Verkürzung der Attackendauer
- Verbesserung der Lebensqualität zwischen den Attacken
- Kräutertherapie unterstützt die Behandlung und stabilisiert das Nervensystem
Wichtig: Bei häufiger Migräne (mehr als 4 Attacken/Monat) bitte zuerst neurologische Abklärung und Diagnose sicherstellen. TCM als Ergänzung, nicht als Ersatz.
Migräne und dein Alltag
Migräne ist eine chronische Erkrankung, die das Leben massiv beeinflussen kann. Berufliche Einschränkungen, soziale Rückzüge, das Gefühl des «Unsichtbarseins» der Erkrankung – das kennen viele Betroffene. Eine gute Prophylaxe und ein besseres Verständnis der eigenen Trigger können die Lebensqualität erheblich verbessern.
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