Fibromyalgie – diffus, real und chronisch
Fibromyalgie betrifft ca. 2–4 % der Bevölkerung, Frauen deutlich häufiger. Die Schmerzen sind weit verteilt, wandern, haben keine strukturelle Ursache – und werden von vielen Betroffenen zunächst nicht ernst genommen. Das ändert sich. Die Neurobiologie ist klar: zentrale Schmerzsensibilisierung, veränderte Schmerzverarbeitung im Rückenmark und Gehirn.
TCM kann Teilaspekte begleitend ansprechen: Schlafverbesserung, Reduktion vegetativer Überaktivierung, lokale Spannungsentlastung. Was sie nicht kann: zentrale Schmerzsensibilisierung kausal behandeln oder Schmerzfreiheit versprechen.
Typische Beschwerden
Wann rheumatologisch / schmerzmedizinisch?
- Diagnose noch nicht gestellt – andere Ursachen ausschliessen
- Multimodales Schmerzprogramm beginnen
- Starke Zustandsverschlechterung
Multimodale Behandlung
- Sport: Aerobe Ausdauerbelastung – wichtigste evidenzbasierte Massnahme.
- Psychotherapie: Schmerzbewältigung, Stressmanagement.
- Medikamente: Duloxetin, Pregabalin, Amitriptylin – begrenzte Wirkung.
- Schlaftherapie: Schlafarchitektur verbessern – zentral.
TCM begleitend
TCM-Einordnung
Fibromyalgie-Schmerz entsteht durch zentrale Sensibilisierung – das Schmerzverarbeitungssystem ist dauerhaft übererregt. Chronischer Stress und Schlafmangel verstärken diesen Mechanismus. TCM setzt an der vegetativen Entlastung und Schlafverbesserung an – messbare Beiträge zur Schmerzschwelle.
TCM-Diagnostik
- Schmerzmuster: Lokalisation, Wanderung, Tagesgang?
- Schlafqualität: nicht-erholsamer Schlaf als Hauptthema?
- Stresskomponente und emotionale Belastung
- Verdauungsbegleitung: Reizdarm-Symptome?
- Kälte- oder Wärmeempfinden
Wie wir dich begleiten
- Akupunktur – zentrale Schmerzhemmung (endogene Opioide), Schlafverbesserung, vegetative Entlastung
- Sanfte Tuina – lokale Spannungsreduktion; vorsichtig bei Hyperalgesie – Druck individuell anpassen
- Kräuterformeln – nur nach rheumatologischer Freigabe; Interaktionen mit Duloxetin/Pregabalin prüfen
Wann TCM sinnvoll sein kann
- Begleitend zum multimodalen Schmerzprogramm
- Bei Schlafstörungen als dominantem Begleitthema
- Bei stressverstärkten Schmerzphasen
- Als Ergänzung zu Sport- und Psychotherapie