Die wichtigsten Kopfschmerztypen
Spannungskopfschmerz (häufigster Typ, ~70 %)
Beidseitiger, drückender oder ziehender Schmerz – wie ein enger Reifen um den Kopf. Auslöser: Stress, Muskelverspannungen im Nacken, Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel. Keine Übelkeit, kein Erbrechen. Körperliche Aktivität verschlimmert nicht.
Migräne (~15 % der Bevölkerung)
Einseitiger, pulsierender Schmerz mit mittlerer bis starker Intensität. Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit typisch. Dauer 4–72 Stunden. Körperliche Aktivität verschlimmert. → Siehe auch: Migräne
Cluster-Kopfschmerz (selten, ~0.1 %)
Extrem starker, einseitiger Schmerz hinter dem Auge – kurz (15–180 min), aber in Clusterphasen täglich. Tränende Augen, verstopfte Nase. Betroffene meist Männer. Sofortige Diagnose empfohlen.
Häufige Symptome
Typische Auslöser
- Stress und psychische Anspannung: Häufigster Auslöser für Spannungskopfschmerz – Entspannung nach Stress («Wochenendkopfschmerz») ebenfalls typisch.
- Schlafstörungen: Zu wenig oder zu viel Schlaf destabilisiert das Gehirn und löst Kopfschmerzen aus.
- Flüssigkeitsmangel: Schon leichte Dehydratation kann Kopfschmerzen verursachen.
- Verspannungen im Nacken: Muskeln im Hals-Nacken-Bereich projizieren Schmerzen in den Kopf.
- Hormonelle Schwankungen: Menstruationskopfschmerz, Pille, Wechseljahre.
- Nahrungsmittel und Substanzen: Koffein, Alkohol (Rotwein), Nikotin, bestimmte Käsesorten oder Schokolade.
- Medikamenten-Übergebrauch: Zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln führt zum Rebound-Kopfschmerz.
Wann sofort zum Arzt?
- Sofort: «Schlimmster Kopfschmerz meines Lebens» – mögliche Subarachnoidalblutung
- Sofort: Kopfschmerz + Fieber + Nackensteifigkeit – mögliche Meningitis
- Sofort: Kopfschmerz + Lähmung, Sprachprobleme, Sehverlust – möglicher Schlaganfall
- Dringend: Erstmaliger starker Kopfschmerz nach dem 50. Lebensjahr
- Zeitnah: Mehr als 15 Kopfschmerztage/Monat; häufige Schmerzmitteleinnahme
Behandlungsmöglichkeiten
- Schmerzmittel: Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin – akut wirksam, aber bei Übergebrauch kontraproduktiv.
- Triptane: Bei Migräne – gezielt und wirksam in der Attacke.
- Prophylaxe bei Migräne: Betablocker, CGRP-Antikörper, Topiramat, Amitriptylin.
- Stressmanagement: Biofeedback, MBSR, Entspannungsverfahren.
- TCM: Akupunktur, Kräutertherapie – zur Prophylaxe und Frequenzreduktion.
Kann TCM bei Kopfschmerzen unterstützen?
Akupunktur ist bei Kopfschmerzen einer der am besten untersuchten komplementärmedizinischen Ansätze. Der Cochrane Review (2016) bestätigte Wirksamkeit bei Migräne-Prophylaxe und episodischem Spannungskopfschmerz – signifikant besser als keine Behandlung und vergleichbar mit medikamentöser Prophylaxe.
In der TCM werden Kopfschmerzen je nach Typ unterschiedlichen Meridianstörungen zugeordnet: Leber-Yang-Hochschlagen bei Migräne, Qi-Stauung im Gallenblasen-Meridian bei Schläfenkopfschmerz, Milz-Qi-Mangel bei Spannungskopfschmerz durch Erschöpfung.
- Akupunktur reguliert Serotoninhaushalt, entspannt Nackenmuskulatur und moduliert Schmerzpfade
- Kräuterformeln stabilisieren das Nervensystem und reduzieren Schubfrequenz
- Stressreduktion durch Akupunktur bricht den Stress-Kopfschmerz-Kreislauf
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