Was ist Tinnitus?
Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung von Geräuschen – Pfeifen, Klingeln, Rauschen, Summen oder Zischen – ohne entsprechende äussere Schallquelle. Er ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom, das viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Schätzungsweise 15 % der Bevölkerung in der Schweiz leiden unter Tinnitus, für 1–3 % ist er stark belastend.
Man unterscheidet akuten Tinnitus (unter 3 Monate) und chronischen Tinnitus (über 3 Monate). Der akute Tinnitus reagiert deutlich besser auf Behandlung.
Häufige Symptome
Mögliche Ursachen
- Lärm und akustisches Trauma: Konzerte, Knall, Arbeitslärm – Haarzellen im Innenohr werden geschädigt.
- Hörsturz: Plötzlicher einseitiger Hörverlust oft mit gleichzeitigem Tinnitus. → Siehe auch: Hörsturz
- Stress und psychische Belastung: Einer der häufigsten Auslöser und Verstärker – Tinnitus und Stress bedingen sich gegenseitig.
- Altersbedingter Hörverlust (Presbyakusis): Das Gehirn kompensiert fehlende Frequenzen durch Eigensignale.
- Morbus Menière: Endolymph-Druckstörung im Innenohr mit Tinnitus, Schwindel und fluktuierendem Hörverlust.
- Nacken- und Kieferprobleme: Myofasziale Spannungen, CMD, HWS-Blockierungen können Tinnitus auslösen.
- Medikamente: Aspirin in hohen Dosen, bestimmte Antibiotika, Schleifendiuretika.
Wann zum HNO-Arzt?
- Sofort: Plötzlicher einseitiger Tinnitus mit Hörminderung – möglicher Hörsturz
- Zeitnah: Neu aufgetretener Tinnitus ohne offensichtliche Ursache
- Bei Begleitsymptomen: Schwindel, Hörminderung, Druckgefühl im Ohr
- Bei starker Belastung: Wenn Tinnitus Schlaf, Arbeit oder Alltag massiv beeinträchtigt
Behandlungsmöglichkeiten
- Akuter Tinnitus: Kortison (IV oder oral) und durchblutungsfördernde Infusionen in der Akutphase.
- Tinnitus Retraining Therapy (TRT): Habituation durch Geräuschtherapie und Counseling.
- Hörgeräte: Bei begleitender Hörminderung verbessernd.
- Stressmanagement: Entspannungsverfahren, Biofeedback, MBSR reduzieren die Tinnituswahrnehmung.
- TCM: Akupunktur und Kräutertherapie begleitend – besonders bei stressbedingtem und chronischem Tinnitus.
Kann TCM bei Tinnitus unterstützen?
In der TCM wird Tinnitus als Symptom einer Nierenenergie-Schwäche (die Niere «öffnet sich» im Ohr) oder einer Leber-Feuer-Aufstiege (durch Stress und emotionale Belastung) verstanden. Beide Muster sind häufig – und oft kombiniert.
- Akupunktur reguliert das Nervensystem, reduziert Stress und verbessert die Durchblutung im Innenohr-Bereich
- Kräuterformeln wie Er Long Zuo Ci Wan stärken Nieren-Yin und werden klassisch bei Tinnitus eingesetzt
- Stressreduktion durch Akupunktur unterbricht den Tinnitus-Stress-Kreislauf
TCM verspricht keine Heilung des Tinnitus – sie kann jedoch die Intensität, Frequenz und den emotionalen Umgang verbessern. Bei akutem Tinnitus zuerst HNO-Arzt.
Tinnitus und Lebensqualität
Chronischer Tinnitus ist mehr als ein Geräusch – er kann Schlaf, Konzentration und emotionale Balance dauerhaft belasten. Viele Betroffene berichten von einem Kreislauf aus Tinnitus, Stress und Schlafproblemen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Nervensystem und Hörverarbeitung gleichermassen anspricht, kann spürbare Erleichterung bringen.
Behandlung in deiner Nähe
Wir bieten Unterstützung bei Tinnitus und HNO-Beschwerden an mehreren Standorten in der Deutschschweiz an.

