Was ist Schröpfen?
Schröpfen ist eine der ältesten manuellen Therapieformen der Welt und seit über 3000 Jahren in der chinesischen, aber auch arabischen und europäischen Heilkunst verankert. Beim Schröpfen werden Schröpfgläser aus Glas oder Silikon auf die Haut aufgesetzt, durch den entstehenden Unterdruck wird das Gewebe angehoben, die Durchblutung stark angeregt und Faszien gelöst. Man unterscheidet drei Formen: trockenes Schröpfen mit Sauggläsern (am häufigsten), die Schröpfmassage mit bewegten Gläsern und Öl sowie das blutige Schröpfen, bei dem die Haut leicht angeritzt wird. Die Schröpfmassage ist auch Teil unseres Massage-Angebots.
Wirkung und Anwendungsgebiete
- Wird eingesetzt, um Muskelverhärtungen und Verspannungen zu lösen
- Soll die lokale Durchblutung anregen
- Wird traditionell bei Rücken-, Nacken- und Schulterverspannungen eingesetzt
- Häufig angewendet bei Hexenschuss und Spannungskopfschmerzen
- Wird begleitend bei wiederkehrenden Verspannungen genutzt
Zur Einordnung: Die Studienlage zum Schröpfen ist begrenzt. Übersichtsarbeiten deuten auf eine mögliche kurzfristige Linderung bei Rücken- und Nackenschmerzen hin, hochwertige Belege fehlen aber weitgehend – Schröpfen ersetzt keine notwendige ärztliche Abklärung.
Was sind die runden Abdrücke?
Die typischen runden Abdrücke nach dem Schröpfen sind kein Bluterguss, sondern Petechien, eine gewollte Gewebsreaktion. Sie sind nicht schmerzhaft und verschwinden nach drei bis sieben Tagen vollständig. Wie stark die Verfärbung ausfällt, hängt unter anderem von der Durchblutung und der Empfindlichkeit der Haut ab.
Blutiges Schröpfen (Blutschröpfen, Hijama)
Neben dem trockenen Schröpfen gibt es das blutige Schröpfen, auch Blutschröpfen oder Hijama genannt. Dabei wird die Haut vor dem Aufsetzen der Gläser oberflächlich angeritzt, sodass eine kleine Menge Blut entzogen wird. Die Behandlung erfolgt ausschliesslich mit sterilem Einwegmaterial und eignet sich nicht für alle Personen. Ablauf, Hygiene und Anwendungsgebiete findest du auf der Seite zum blutigen Schröpfen. Wenn du die Methode aus der arabischen Tradition kennst und gezielt danach suchst, findest du alles zur Hijama Behandlung auf der eigenen Seite.
Behandlungsablauf
- Anamnese: Wo sind die Beschwerden, wie lange bestehen sie?
- Hautvorbereitung: bei Schröpfmassage mit Öl
- Aufsetzen der Gläser: 4–10 Gläser, meist auf Rücken/Nacken/Schultern
- Einwirkzeit: 10–20 Minuten (statisches Schröpfen) oder 5–10 Minuten gleitend
- Nachruhe: 5–10 Minuten zur Anpassung des Kreislaufs
Kosten und Krankenkasse
Eine Sitzung kostet zwischen CHF 80 und CHF 130 (20–40 Minuten), oft als Teil einer kombinierten TCM-Behandlung. Schröpfen ist im Rahmen einer TCM-Sitzung über die meisten Zusatzversicherungen (EMR/ASCA) anerkannt. Als alleinige Behandlung ist die Deckung uneinheitlich, wir klären die Kostenübernahme vor Behandlungsbeginn.
Wie lange bleiben die Flecken, und sind das Blutergüsse?
Die typischen runden Verfärbungen sind kleine Einblutungen ins Gewebe, ähnlich einem Bluterguss, aber ohne Prellung dahinter. Sie sind nicht schmerzhaft, verblassen meist innert 5 bis 14 Tagen und sind kein Zeichen, dass etwas schiefgelaufen ist. Je nach Durchblutung und Behandlungsintensität fallen sie heller oder dunkler aus. Was die Farbe bedeutet und wann du die Stellen ärztlich zeigen solltest, liest du im Detail unter Schröpfen: Wirkung und Flecken.
Wann sollte ich nicht schröpfen lassen?
Kontraindikationen sind: Blutgerinnungsstörungen, Einnahme von Blutverdünnern (Marcoumar, Eliquis, ASS in hoher Dosis), schwere Hautkrankheiten im Behandlungsgebiet, akute Fieberinfekte, Schwangerschaft (relative Kontraindikation, mit Vorsicht möglich), direkt über Krampfadern, grossen Blutgefässen oder offenen Wunden. Bei sehr empfindlicher Haut starten wir mit reduziertem Unterdruck.
