YNSA: Yamamoto Neue Schädelakupunktur
Das von Toshikatsu Yamamoto entwickelte Schädelakupunktur-System: eigene Zonen, eigene Diagnostik und klare Abgrenzung zu anderen Verfahren.
Was hinter dem System steckt
Yamamoto beschrieb auf der Kopfhaut sogenannte Somatotope: Areale, in denen der Körper verkleinert abgebildet gedacht wird, ähnlich dem Prinzip, das auch der Ohrakupunktur zugrunde liegt. Zu den Basispunkten für Bewegungsapparat und Sinnesorgane kamen im Lauf der Entwicklung weitere Punktgruppen hinzu. Das System wird bis heute international gelehrt und weiterentwickelt.
Wie unterscheidet sich YNSA von der klassischen Akupunktur?
Drei Punkte: Erstens der Ort, behandelt wird ausschliesslich am Kopf statt am ganzen Körper. Zweitens die Systematik, YNSA folgt Yamamotos Somatotop-Karten, nicht den traditionellen Leitbahnen der chinesischen Medizin. Drittens die Diagnostik: Typisch für YNSA ist eine eigene Tastdiagnostik, bei der über die Palpation bestimmter Zonen, etwa am Hals oder Bauch, die zu behandelnden Punkte ausgewählt werden.
Wie unterscheidet sich YNSA von anderer Schädelakupunktur?
Auch die chinesisch geprägten Schädelakupunktur-Systeme arbeiten an der Kopfhaut, teilen sie aber anders ein, meist in Linien oder Zonen mit Bezug zu Hirnregionen, und nutzen eine andere Diagnostik. YNSA ist jünger, japanischen Ursprungs und punktbasiert. Wer "Schädelakupunktur" anbietet, arbeitet also nicht automatisch mit YNSA, und umgekehrt.
Wie läuft eine YNSA-Behandlung ab?
Nach Gespräch und Tastbefund werden wenige sehr feine Nadeln an den ausgewählten Punktarealen der Kopfhaut gesetzt. Die Nadeln bleiben eine Weile liegen; die Dauer richtet sich nach Situation und Reaktion. Viele empfinden die Behandlung als wenig belastend, das Einstechen an der Kopfhaut kann kurz ziehen.
Wofür wird YNSA diskutiert?
International wird YNSA vor allem bei Schmerzen des Bewegungsapparats und ergänzend in der Begleitung neurologischer Beschwerdebilder diskutiert und eingesetzt. Auch hier gilt ohne Ausnahme: Akupunktur ersetzt keine neurologische Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation und stellt keine Heilung neurologischer Erkrankungen in Aussicht. Eine allfällige Begleitung gehört mit dem behandelnden ärztlichen Team koordiniert.