Was ist chinesische Kräutermedizin?
Die Chinesische Kräutermedizin (Phytotherapie) ist nach der Akupunktur die wichtigste Säule der TCM. Sie arbeitet mit individuell zusammengestellten Rezepturen aus meist 8–15 pflanzlichen, gelegentlich mineralischen Substanzen, abgestimmt auf deine spezifische Konstitution, dein TCM-Krankheitsbild und deine aktuellen Beschwerden. Anders als bei vorgefertigten Präparaten ist jede Rezeptur ein individuelles Gesamtkonzept.
Formen der Einnahme
- Granulat: hochkonzentrierte Pulver, in heissem Wasser aufgelöst, 2× täglich, am häufigsten verwendet und alltagstauglich
- Tee (Dekokt): klassische Form, Kräuter werden abgekocht: intensivste Wirkung, aber zeitaufwändig und bitter
- Tabletten/Kapseln: standardisierte Rezepturen, geschmacksneutral, praktisch für unterwegs
- Tinkturen: alkoholische Auszüge, schnelle Aufnahme
Qualität und Sicherheit bei TCM.ch
Alle Kräuter, die wir verwenden, stammen aus GMP-zertifizierten europäischen oder chinesischen Lieferanten mit Schadstoffanalyse (Schwermetalle, Pestizide, mikrobielle Reinheit). Wir verzichten konsequent auf gefährdete Tier- und Pflanzenarten (CITES-konform). Unsere Therapeut:innen prüfen jede Rezeptur auf Wechselwirkungen mit deiner Schulmedizin, wichtig insbesondere bei Blutverdünnern, Antidepressiva, Immunsuppressiva und in der Schwangerschaft. Sag uns deshalb immer, welche Medikamente du einnimmst und ob eine Schwangerschaft besteht oder geplant ist. Kräuterrezepturen gehören in die Hände qualifizierter Fachpersonen und ersetzen keine notwendige ärztliche Behandlung.
Einordnung: Die Studienlage zur chinesischen Kräutermedizin ist je nach Beschwerdebild sehr unterschiedlich und methodisch oft begrenzt; gesicherte Wirknachweise nach westlichem Massstab fehlen für viele Anwendungen. Entscheidend für die Sicherheit sind geprüfte Qualität (Verunreinigungen und problematische Inhaltsstoffe wie Aristolochiasäuren sind der Hauptgrund für strenge Kontrollen) sowie die Prüfung von Wechselwirkungen mit deinen Medikamenten.
Typische Einsatzgebiete
Kräuterformeln werden vor allem bei chronischen und konstitutionellen Beschwerden eingesetzt, die eine längerfristige Begleitung brauchen:
- Schlafstörungen und nervöse Erschöpfung
- Verdauungsbeschwerden (Reizdarm, Reflux, Blähungen)
- Hormonelle Dysbalancen (PMS, Wechseljahre, Zyklusunregelmässigkeiten)
- Begleitung bei Kinderwunsch (Evidenzlage uneinheitlich)
- Chronische Hauterkrankungen (Neurodermitis, Akne, Psoriasis)
- Atemwegserkrankungen (chronische Bronchitis, Heuschnupfen)
- Erschöpfungszustände und Long-COVID
Ablauf einer Kräutertherapie
- TCM-Anamnese: 60–90 Minuten, mit Puls- und Zungendiagnose
- Rezepturerstellung: individuell zusammengestellt, meist 8–15 Substanzen
- Einnahmeplan: wir erklären Zubereitung, Dosierung und mögliche Reaktionen
- Verlaufskontrolle: nach 2–4 Wochen, Rezeptur wird angepasst
- Dauer: bei akuten Themen 2–4 Wochen, bei chronischen 8–12 Wochen oder länger
Kosten und Krankenkasse
An der TCM-Beratung mit Rezeptierung (60 bis 90 Minuten) beteiligen sich viele Zusatzversicherungen (EMR/ASCA), je nach Kasse und Modell. Die Kosten für die chinesischen Kräuterarzneien werden von vielen Zusatzversicherungen ganz oder teilweise übernommen. Kläre am besten vor Behandlungsbeginn direkt mit deiner Versicherung ab, ob und in welchem Umfang eine Kostenbeteiligung möglich ist.
