Was ist Akupunktur?
Akupunktur ist die bekannteste Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin und wird seit über 2000 Jahren angewendet. Feine, sterile Einmalnadeln werden an definierten Punkten des Körpers gesetzt. Die Punktauswahl folgt traditionell den Meridianen der TCM – einem historischen Behandlungsmodell, keinem anatomischen Fakt. Wissenschaftlich werden die Wirkungen heute vor allem über Reize auf Nerven, Muskulatur und Schmerzverarbeitung diskutiert. Akupunktur gehört zu den am besten untersuchten komplementärmedizinischen Methoden – wie gut sie wirkt, unterscheidet sich aber je nach Beschwerde deutlich.
Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es spezialisierte Verfahren, von Ohr- und Schädel- bis zur Laserakupunktur. Einen Überblick mit den Unterschieden findest du unter Akupunkturverfahren.
Wissenschaftliche Evidenz
Am besten belegt ist Akupunktur bei chronischen Schmerzen: Grosse Übersichtsarbeiten zeigen moderate Effekte etwa bei Rücken- und Nackenschmerzen sowie Kniearthrose, und die britische NICE-Leitlinie (2021) nennt bei chronischen primären Schmerzen ab 16 Jahren einen zeitlich begrenzten Akupunktur-Kurs unter definierten Voraussetzungen als Behandlungsoption. Zur Vorbeugung von Migräne und Spannungskopfschmerz zeigen Cochrane-Übersichten einen Nutzen gegenüber reiner Routineversorgung; der Unterschied zu Scheinakupunktur ist dabei klein. Bei Übelkeit, etwa nach Operationen, gibt es Hinweise auf einen Nutzen der P6-Punktstimulation. Für viele weitere Anwendungen – darunter die Kinderwunsch-Begleitung – ist die Studienlage uneinheitlich oder schwach; wir sagen dir vor Behandlungsbeginn ehrlich, was realistisch ist. Akupunktur ersetzt keine notwendige ärztliche Abklärung oder Behandlung. In der Schweiz kann ärztliche Akupunktur unter den Voraussetzungen des BAG über die Grundversicherung abgerechnet werden; nichtärztliche TCM- und Akupunkturbehandlungen – wie bei TCM.ch – laufen über die Zusatzversicherung für Komplementärmedizin. Was vergütet wird, hängt von der behandelnden Fachperson sowie von Kasse und Modell ab.
Behandlungsablauf bei TCM.ch
- Erstgespräch und TCM-Diagnose: ausführliche Anamnese, Puls- und Zungendiagnose
- Individuelle Behandlungsplanung: abgestimmt auf dein westliches und TCM-Krankheitsbild
- Nadelsetzen: 8–20 sterile Einmalnadeln, schmerzarm. Meist nur leichter Druck spürbar
- Ruhezeit: 20–30 Minuten Liegen mit Nadeln, viele Patient:innen entspannen tief
- Nachbesprechung: Beobachtungen, ggf. Kräuterverschreibung oder Ernährungsempfehlungen
Kosten und Krankenkassenübernahme
Eine Sitzung kostet bei TCM.ch in der Regel zwischen CHF 130 und CHF 160 (45–60 Minuten). Akupunktur läuft über die Zusatzversicherung für Komplementärmedizin, nicht über die Grundversicherung: Weil unsere Therapeut:innen EMR-/ASCA-anerkannt sind, beteiligen sich viele Zusatzversicherungen – wie viel und wie viele Sitzungen pro Jahr übernommen werden, hängt von Kasse und Modell ab. Alle Details zur Übernahme stehen unter Akupunktur & Krankenkasse.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Das lässt sich nicht pauschal versprechen: Wie viele Sitzungen nötig sind – und ob Akupunktur bei dir anschlägt – ist individuell verschieden. Üblich sind anfangs 1–2 Termine pro Woche; bei chronischen Beschwerden erstreckt sich eine Behandlungsserie meist über mehrere Wochen. Spätestens nach den ersten Sitzungen ziehen wir gemeinsam Zwischenbilanz: Ist keine Veränderung spürbar, besprechen wir offen, ob eine andere Methode oder eine ärztliche Abklärung sinnvoller ist.
Akupunktur in der Schwangerschaft
Von der Übelkeit im ersten Trimester über die Moxibustion bei Beckenendlage bis zur geburtsvorbereitenden Akupunktur ab Woche 36: Für Schwangere gelten eigene Regeln und Punkte. Alles Wichtige auf unserer Seite zur Akupunktur in der Schwangerschaft.
Wann ist Akupunktur nicht geeignet?
Bei schweren Blutgerinnungsstörungen, akuten Infektionen, unbehandelten Tumoren im Behandlungsgebiet und während chemotherapeutischer Akutphasen wird Akupunktur nicht oder nur sehr zurückhaltend eingesetzt. In der Schwangerschaft werden bestimmte Punkte vermieden; entsprechend ausgebildete Therapeut:innen passen die Behandlung gezielt an.
