Akupunktur bei Kopfschmerzen: Was die Studien zeigen
Der drückende, beidseitige Kopfschmerz ohne Übelkeit ist der häufigste überhaupt, und einer der wenigen, bei denen Akupunktur in einer grossen Übersichtsarbeit klar abschneidet. Hier steht, was gemessen wurde, warum wir dabei fast immer auch am Nacken arbeiten und wann Schmerzmittel selbst zum Problem werden.
Spannungskopfschmerz fühlt sich an wie ein zu enges Band um den Kopf. Beidseitig, drückend statt pulsierend, ohne Übelkeit, und meist so, dass man damit weiterarbeiten kann, nur eben schlechter. Genau deshalb wird er lange ausgehalten und selten behandelt.
Erst die Abgrenzung
Der Unterschied zur Migräne ist praktisch relevant, weil beide unterschiedlich behandelt werden. Migräne ist typischerweise einseitig, pulsierend, oft mit Übelkeit und Licht- oder Lärmempfindlichkeit, und sie zwingt zum Hinlegen. Spannungskopfschmerz ist beidseitig, drückend, ohne Übelkeit. Wenn dein Kopfschmerz eher der ersten Beschreibung entspricht, findest du das Passende unter Migräne und Akupunktur.
Was die Studien zeigen
Der Cochrane-Review zur Prophylaxe des Spannungskopfschmerzes (Linde et al., 2016) wertete zwölf Studien mit rund 2.350 Teilnehmenden aus.
Das Ergebnis fällt hier sogar etwas deutlicher aus als bei der Migräne: Rund die Hälfte der mit Akupunktur Behandelten hatte ihre Kopfschmerztage mindestens halbiert, gegenüber etwa 40 Prozent unter Schein-Akupunktur und deutlich weniger ohne Behandlung. Der Effekt hielt in den Nachbeobachtungen über mehrere Monate an.
Auch hier gilt: Ein erheblicher Teil des Effekts tritt unabhängig von der genauen Punktwahl auf. Der Nutzen gegenüber gar keiner Behandlung ist trotzdem gut belegt, und die Nebenwirkungen sind gering.
Warum wir fast immer am Nacken arbeiten
Bei einem Grossteil der Patient:innen mit Spannungskopfschmerz findet sich eine deutlich verhärtete Nacken- und Schultermuskulatur, oft mit Triggerpunkten, die bei Druck genau den bekannten Kopfschmerz auslösen. Das ist kein Zufallsbefund, sondern häufig der eigentliche Ort des Geschehens.
Deshalb kombinieren wir Akupunktur regelmässig mit Tuina oder einer Triggerpunktmassage. Wer acht Stunden am Bildschirm sitzt, bekommt zusätzlich zwei bis drei Übungen mit, weil die Nadel gegen die Sitzhaltung auf Dauer verliert.
Das Thema Schmerzmittel
Wer an mehr als zehn bis fünfzehn Tagen im Monat Schmerzmittel gegen Kopfschmerz nimmt, riskiert einen Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz: Das Mittel verursacht dann selbst, wogegen es genommen wird. Das ist häufiger, als die meisten denken, und der Ausweg führt über einen ärztlich begleiteten Entzug, nicht über Akupunktur allein.
Wenn du in dieser Grössenordnung liegst, sprich es beim ersten Termin an. Wir arbeiten dann parallel zur ärztlichen Behandlung, nicht statt ihr.
Ablauf und Kosten
Üblich sind acht bis zwölf Sitzungen über sechs bis acht Wochen. Eine Behandlung dauert mit Gespräch 45 bis 60 Minuten, die Nadeln bleiben 20 bis 30 Minuten. Bei EMR- und ASCA-anerkannten Therapeut:innen beteiligt sich die Zusatzversicherung in der Regel mit 70 bis 90 Prozent, ohne ärztliche Verordnung. Details unter Akupunktur und Krankenkasse.
Schildere uns kurz deine Situation. Wir helfen dir kostenlos und unverbindlich, den passenden nächsten Schritt zu finden.
Häufige Fragen
Hilft Akupunktur bei Spannungskopfschmerzen?
Im Cochrane-Review von 2016 halbierte rund die Hälfte der mit Akupunktur Behandelten ihre Kopfschmerztage, gegenüber etwa 40 Prozent unter Schein-Akupunktur und deutlich weniger ohne Behandlung. Der Effekt hielt über mehrere Monate an.
Was ist der Unterschied zwischen Spannungskopfschmerz und Migräne?
Spannungskopfschmerz ist beidseitig und drückend, ohne Übelkeit, und man kann meist weiterarbeiten. Migräne ist typischerweise einseitig, pulsierend, oft mit Übelkeit und Licht- oder Lärmempfindlichkeit, und zwingt zum Hinlegen.
Warum wird bei Kopfschmerzen am Nacken behandelt?
Bei vielen Betroffenen ist die Nacken- und Schultermuskulatur deutlich verhärtet, oft mit Triggerpunkten, die den bekannten Kopfschmerz bei Druck auslösen. Der Nacken ist dann häufig der eigentliche Ort des Problems.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Üblich sind acht bis zwölf Sitzungen über sechs bis acht Wochen. Zeigt sich nach der Hälfte gar keine Veränderung, besprechen wir Alternativen.
Ich nehme oft Schmerzmittel. Ist das ein Problem?
Ab etwa zehn bis fünfzehn Einnahmetagen im Monat kann ein Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz entstehen, bei dem das Mittel selbst den Kopfschmerz unterhält. Sprich das beim ersten Termin an, das gehört ärztlich begleitet.