Was steckt hinter Inkontinenz?
Über die Blasenschwäche spricht kaum jemand, dabei ist sie weit verbreitet: Rund jede vierte Frau ist im Lauf des Lebens betroffen, Männer vor allem nach Prostata-Operationen. Bei der Belastungsinkontinenz hält der Beckenboden dem Druck nicht mehr stand, etwa nach Geburten oder in den Wechseljahren. Bei der Dranginkontinenz meldet die Blase zu früh und zu heftig, oft ohne erkennbare Ursache. Viele Betroffene richten ihren Alltag unbemerkt danach aus: Toiletten-Standorte kennen, weniger trinken, Sport meiden. Genau das muss nicht sein, denn Inkontinenz ist behandelbar.
Häufige Auslöser
Geschwächter Beckenboden. Schwangerschaften, Geburten, Übergewicht und schweres Heben belasten den Beckenboden über Jahre.
Hormonelle Veränderungen. In den Wechseljahren verliert das Gewebe an Spannkraft, was Blasenschwäche begünstigt.
Überaktive Blase. Die Blasenmuskulatur zieht sich schon bei geringer Füllung zusammen und erzeugt plötzlichen Drang.
Nach Operationen. Besonders nach Prostata-Eingriffen bei Männern ist vorübergehende Inkontinenz häufig.
Häufige Symptome
Wann du ärztlich abklären solltest
Eine plötzlich auftretende Inkontinenz, Schmerzen beim Wasserlösen, Blut im Urin oder Inkontinenz in Kombination mit Taubheitsgefühlen gehören zügig ärztlich abgeklärt. Auch grundsätzlich lohnt sich eine urologische oder gynäkologische Untersuchung, um die Form der Inkontinenz zu bestimmen. Die TCM ergänzt die ärztliche Diagnostik, sie ersetzt sie nicht.
Wie die TCM bei Inkontinenz begleiten kann
Aus Sicht der Chinesischen Medizin ist die Haltefunktion der Blase eine Frage von Kraft und Spannkraft im unteren Bereich des Körpers. Die Behandlung zielt darauf, diese Funktion zu stärken.
- Akupunktur mit Punkten am Unterbauch, Kreuzbein und an den Beinen kann die Blasenfunktion regulieren. Besonders bei Dranginkontinenz und überaktiver Blase gibt es ermutigende Studienergebnisse.
- Moxibustion wärmt und kräftigt den Unterbauch, ein klassischer Ansatz bei Blasenschwäche, besonders bei kälteempfindlichen Betroffenen.
- Kräutertherapie mit stärkenden Rezepturen über mehrere Wochen, individuell abgestimmt.
- Kombination mit Beckenbodentraining. Physiotherapeutisches Beckenbodentraining ist bei Belastungsinkontinenz die wichtigste Massnahme. TCM und Physiotherapie ergänzen sich hier ideal, an mehreren Standorten unter einem Dach.
Was du selbst tun kannst
- Beckenbodentraining, am besten einmal fachlich angeleitet
- Normal trinken, wenig trinken macht den Urin konzentrierter und reizt die Blase
- Blasenreizende Getränke wie Kaffee und Alkohol beobachten und reduzieren
- Gewicht im gesunden Bereich halten, das entlastet den Beckenboden
- Blasentagebuch führen, das hilft der Abklärung und Verlaufskontrolle
Wie eine Behandlung abläuft
Im Erstgespräch klären wir diskret, in welchen Situationen der Urinverlust auftritt, wie oft und seit wann. Daraus ergibt sich der Behandlungsplan, meist wöchentliche Akupunktur über 8 bis 12 Wochen, ergänzt durch Moxibustion und eine Kräuterrezeptur. Den Verlauf beurteilen wir gemeinsam, gern mit einem einfachen Blasentagebuch.
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.


