Kapselendoskopie: Wie funktioniert die Kamerakapsel?
Eine Kapsel mit Minikamera wandert durch den Verdauungstrakt und fotografiert dabei. Sie zeigt vor allem den Dünndarm, den Magen- und Darmspiegelung kaum erreichen.
Du schluckst eine Kapsel etwa in der Grösse einer grossen Vitamintablette. Sie sendet Bilder an ein Aufzeichnungsgerät, das du am Körper trägst. Die Kapsel wird nicht verdaut und meist innerhalb eines Tages mit dem Stuhl ausgeschieden. Gewebeproben kann sie nicht entnehmen.
Warum wird sie gemacht?
Die Kapselendoskopie zeigt Abschnitte des Verdauungstrakts, die bei einer Magenspiegelung oder Darmspiegelung nicht einsehbar sind. Gesucht wird nach Blutungsquellen, Geschwüren, Polypen, Tumoren oder Entzündungen, etwa bei Morbus Crohn. Auch bei Zöliakie oder wenn bei unerklärtem Blutverlust, etwa mit Eisenmangel, Magen- und Darmspiegelung unauffällig waren, kann sie eine Rolle spielen.
Vorbereitung
Die durchführende Praxis sagt dir genau, was zu tun ist; ihre Anweisungen haben Vorrang. Häufig gehören dazu eine Darmreinigung, nur klare Flüssigkeit am Vortag und rund zwölf Stunden nichts essen oder trinken vor dem Schlucken. Informiere die Praxis über alle Medikamente, Schluckbeschwerden, frühere Darmverschlüsse oder Bauchoperationen und über einen Herzschrittmacher oder andere Implantate.
Ablauf
Du schluckst die Kapsel im Sitzen mit etwas Wasser. Ein Aufzeichnungsgerät an Hüfte oder Schulter empfängt die Bilder, teils über Klebeelektroden. Die meisten Alltagsaktivitäten sind möglich, schwere körperliche Arbeit und Sport aber nicht. Wann du wieder essen und trinken darfst, sagt dir die Praxis. Später werden die Tausenden Bilder ausgewertet; bis zum Ergebnis kann bis zu eine Woche vergehen.
Grenzen und Risiken
Die Kapsel kann keine Gewebeprobe entnehmen und nichts behandeln. Ein Befund braucht deshalb oft eine weitere Untersuchung, etwa eine spezielle Dünndarmspiegelung. Selten bleibt die Kapsel an einer Engstelle hängen. Wenn du sie nach zwei Wochen nicht ausgeschieden hast und es nicht auf den Bildern sichtbar ist, melde dich; eine Röntgenkontrolle kann nötig sein. Solange sich die Kapsel im Körper befindet, darf kein MRT gemacht werden.
Wann sofort Hilfe holen?
Melde dich umgehend bei der Praxis, wenn du nach dem Schlucken der Kapsel Fieber, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Brust- oder Bauchschmerzen bekommst. Bleibt die Kapsel an einer Engstelle hängen, kann selten eine Operation nötig sein.
Nächster Schritt
Frage, welche Frage die Kapsel beantworten soll und was bei einem auffälligen Befund folgt. TCM.ch führt keine Kapselendoskopie durch. Orientierung zu Verdauungsbeschwerden findest du auf den passenden Beschwerdeseiten.
Häufige Fragen
Tut eine Kapselendoskopie weh?
Die meisten Menschen empfinden sie als angenehm. Schlucken ist der einzige aktive Schritt.
Ersetzt die Kapsel eine Darmspiegelung?
Nein. Sie ergänzt Magen- und Darmspiegelung vor allem für den Dünndarm und kann keine Proben entnehmen.
Was passiert mit der Kapsel?
Sie wird mit dem Stuhl ausgeschieden und ist für den einmaligen Gebrauch bestimmt.
Quellen
Vorbereitung und Ablauf legt die durchführende Stelle fest; ihre Anweisungen haben Vorrang. Die Bibliothek hilft dir, Beschwerden und Befunde einzuordnen.