Chemisches Peeling
AHA, BHA, PHA. Drei Abkürzungen, drei Wirkprofile, und ein Fehler, den fast alle machen: zu häufig. Überpeelte Haut sieht schlechter aus als ungepeelte, und braucht Wochen zur Erholung.
Chemische Peelings lösen die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen, statt sie mechanisch abzureiben. Das ist schonender und kontrollierbarer als jedes Körnchen-Peeling.
Die drei Säuregruppen
AHA, Alpha-Hydroxysäuren. Wasserlöslich, wirken an der Oberfläche. Glykolsäure dringt am tiefsten ein, Milchsäure ist milder und feuchtigkeitsspendend, Mandelsäure hat grössere Moleküle und ist die verträglichste. Für Textur, Ebenmässigkeit und oberflächliche Pigmentierung.
BHA, Beta-Hydroxysäuren. Praktisch immer Salicylsäure. Fettlöslich, gelangt dadurch in die Pore hinein. Die Wahl bei Mitessern, unreiner und öliger Haut.
PHA, Polyhydroxysäuren. Gluconolacton, Lactobionsäure. Grösste Moleküle, dringen am wenigsten ein, wirken am mildesten und binden zusätzlich Feuchtigkeit. Für empfindliche Haut und bei Couperose-Neigung.
Textur und Flecken: AHA. Poren und Unreinheiten: BHA. Empfindlich: PHA.
Wie oft?
Das ist die Frage, an der die meisten scheitern. Ein- bis zweimal pro Woche reicht. Bei empfindlicher Haut einmal, bei robuster Haut und niedrigen Konzentrationen bis dreimal.
Nicht: täglich. Nicht: Toner mit Säure plus Serum mit Säure plus wöchentliche Maske. Das summiert sich, ohne dass es auffällt.
Woran du Überpeeling erkennst
- Die Haut glänzt speckig, wirkt aber gleichzeitig gespannt
- Produkte, die vorher gut vertragen wurden, brennen plötzlich
- Anhaltende Rötung, die nicht abklingt
- Kleine, raue Stellen und ungewohnte Empfindlichkeit
- Neue Unreinheiten trotz konsequenter Reinigung
Wenn das zutrifft: alle Säuren und Retinoide absetzen, zwei bis vier Wochen nur Reinigung, Feuchtigkeit, Centella und Sonnenschutz. Danach vorsichtig neu aufbauen.
Peeling in der Praxis
Professionelle Peelings arbeiten mit höheren Konzentrationen und niedrigerem pH. Oberflächliche Peelings kosten in der Schweiz etwa CHF 150 bis 300 pro Sitzung, üblich sind Serien von vier bis sechs im Abstand von zwei bis vier Wochen.
Mitteltiefe und tiefe Peelings gehören ausschliesslich in ärztliche Hände, mit entsprechender Ausfallzeit und realem Risiko für Pigmentveränderungen.
Wann kein Peeling
Bei gereizter oder geschädigter Barriere, bei Sonnenbrand, bei aktivem Lippenherpes, bei Rosacea im Schub, in den Tagen um eine andere Behandlung herum, und bei Melasma nur sehr vorsichtig und dosiert.
Nach jedem Peeling ist Sonnenschutz Pflicht. Frisch gepeelte Haut pigmentiert leicht nach, und dann hast du das Gegenteil von dem erreicht, was du wolltest.
Dann ist die Barriere überfordert. Wir schauen uns die Routine an und sagen, was reduziert gehört.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen AHA und BHA?
AHA ist wasserlöslich und wirkt an der Hautoberfläche, gut für Textur und oberflächliche Pigmentierung. BHA ist fettlöslich und gelangt in die Pore hinein, deshalb die Wahl bei Mitessern und unreiner Haut.
Wie oft darf ich chemisch peelen?
Ein- bis zweimal pro Woche reicht für die meisten. Wichtig ist, alle Säurequellen zusammenzuzählen: Toner, Serum und Maske summieren sich schneller als gedacht.
Woran erkenne ich überpeelte Haut?
Speckiger Glanz bei gleichzeitigem Spannungsgefühl, plötzliches Brennen bei vertrauten Produkten, anhaltende Rötung und neue Unreinheiten. Dann alle Säuren zwei bis vier Wochen absetzen.
Welche Säure bei empfindlicher Haut?
PHA, also Gluconolacton oder Lactobionsäure. Die Moleküle sind grösser, dringen weniger tief ein und binden zusätzlich Feuchtigkeit.
Was kostet ein Peeling in der Schweiz?
Oberflächliche Peelings etwa CHF 150 bis 300 pro Sitzung, üblich sind Serien von vier bis sechs Sitzungen. Mitteltiefe Peelings gehören in ärztliche Hände.
Kann ich Peeling und Retinol kombinieren?
Nicht in derselben Anwendung. Abwechselnde Abende funktionieren, wenn die Haut es trägt. Zusammen überfordert es die Barriere zuverlässig.