Die Kontaktdermatitis ist ein Ekzem, das durch direkten Hautkontakt ausgelöst wird. Häufiger ist die irritative Form durch Seifen, Reinigungsmittel, Lösungsmittel oder Nassarbeit; seltener die allergische Form, etwa auf Nickel, Duftstoffe oder Konservierungsmittel. Behandelt wird mit Meiden des Auslösers, rückfettender Pflege und Kortisoncremes; den Auslöser findet bei Bedarf ein Epikutantest in der Dermatologie.
Was ist eine Kontaktdermatitis?
Die Kontaktdermatitis oder das Kontaktekzem gehört zur Gruppe der Ekzeme: Die Haut wird trocken, rot, juckend, manchmal bläschenbildend und rissig, und zwar dort, wo sie mit einem bestimmten Stoff in Berührung gekommen ist. Zwei Formen werden unterschieden:
- Irritative Kontaktdermatitis: Ein Stoff schädigt die Hautbarriere direkt, ohne Allergie. Das ist die häufigste Form. Auslöser sind Seifen, Reinigungsmittel, Lösungsmittel, Säuren und Laugen, Zement, Haarfärbemittel oder häufiger Kontakt mit Wasser. Starke Stoffe reizen sofort, milde erst bei wiederholtem Kontakt.
- Allergische Kontaktdermatitis: Das Immunsystem reagiert auf einen Stoff, auf den es zuvor sensibilisiert wurde. Typische Allergene sind Nickel und andere Metalle, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Haarfarben, Klebstoffe, Gummi, Pflanzen und manche Salben. Die Reaktion tritt meist 24 bis 48 Stunden nach dem Kontakt auf, und die Allergie bleibt lebenslang bestehen.
Abzugrenzen sind Neurodermitis, die anlagebedingt an typischen Stellen auftritt, das seborrhoische Ekzem in talgreichen Zonen und das dyshidrotische Ekzem mit Bläschen an Händen und Füssen. Menschen mit Neurodermitis entwickeln leichter eine irritative Kontaktdermatitis.
Typische Beschwerden
- juckende, trockene, rissige Haut, bei heller Haut gerötet, bei dunkler Haut eher braun, violett oder grau
- Bläschen, Nässen und Krusten bei der allergischen Form; Brennen, Schmerz und raue Haut bei der irritativen Form
- Begrenzung auf die Kontaktstelle, am häufigsten Hände und Gesicht, auch Hals, Ohrläppchen, Handgelenke oder unter Schmuck
- Auftreten Stunden bis Tage nach dem Kontakt
- bei anhaltendem Kontakt verdickte, schuppende Haut
Ursachen
Entscheidend ist der Kontakt mit dem Auslöser: im Beruf etwa bei Pflege, Reinigung, Coiffeur, Bau, Gastronomie oder Gesundheitswesen, im Alltag durch Kosmetika, Schmuck, Reinigungsmittel oder Handschuhe. Manche Stoffe lösen die Reaktion erst zusammen mit Sonnenlicht aus, einzelne auch über die Luft, etwa Duftstoffe oder Pflanzenpollen.
Wie wird abgeklärt?
Die Ärztin beurteilt das Hautbild und fragt genau nach Beruf, Hobbys, Pflegeprodukten, Schmuck und dem zeitlichen Zusammenhang. Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder unklaren Beschwerden überweist sie in die Dermatologie. Dort wird ein Epikutantest durchgeführt: Testsubstanzen werden mit Pflastern auf den Rücken geklebt und nach zwei und nach etwa vier Tagen abgelesen. Dieser Test ist eine fachärztliche Leistung; TCM.ch bietet ihn nicht an. Bei Verdacht auf andere Hauterkrankungen können Abstrich oder Hautprobe hinzukommen.
Wie wird behandelt?
- Auslöser meiden: Nach Kontakt die Haut rasch mit lauwarmem Wasser abspülen; Produkte wechseln und Inhaltsstoffe prüfen; am Arbeitsplatz Schutzmassnahmen klären
- Hautschutz: Handschuhe bei Nassarbeit, zwischendurch ausziehen, da Schwitzen reizt; Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen
- Rückfettende Pflege häufig und reichlich, Waschlotion statt Seife; sie ist die Basis der Vorbeugung und Behandlung
- Kortisoncremes oder -salben bei stärkeren Beschwerden, zeitlich begrenzt und nach Anleitung
- Kortisonfreie Cremes (Calcineurinhemmer) als Alternative, zum Beispiel im Gesicht
- Kortisontabletten kurzzeitig nur bei schweren, grossflächigen Schüben; feuchte Umschläge und juckreizstillende Lotionen zur Linderung
Kann TCM ergänzend helfen?
Zur Akupunktur bei Kontaktdermatitis haben wir keine aussagekräftigen Studien gefunden. Die Behandlung besteht darin, den Auslöser zu finden und zu meiden, die Hautbarriere zu pflegen und die Entzündung mit Cremes zu behandeln. Ein ergänzender Versuch gegen Juckreiz kann nach der Abklärung besprochen werden; auf entzündete oder offene Haut wird nicht genadelt. Pflanzliche Salben oder Umschläge können selbst Kontaktallergien auslösen und sollten mit der Dermatologin abgesprochen werden.
Wann zeitnah abklären?
- rasche Ausbreitung, grossflächige Rötung oder starke Schwellung, vor allem im Gesicht oder an den Augenlidern
- Eiter, Krusten, Schmerz oder Fieber (Infektion)
- Atemnot, Schwellung von Lippen oder Zunge, Kreislaufbeschwerden (sofort, Notfall)
- Beschwerden, die trotz Meiden des vermuteten Auslösers anhalten oder immer wiederkehren
- Verdacht auf berufliche Ursache
Nächster Schritt
Führe ein paar Tage Buch über Kontakte und Produkte, pflege die Haut konsequent und lass wiederkehrende Beschwerden ärztlich abklären, bei Bedarf mit Epikutantest. Für einen ergänzenden Behandlungsversuch nach der Diagnose hilft der Praxisfinder.
Häufige Fragen
Was unterscheidet allergische und irritative Kontaktdermatitis?
Die irritative Form entsteht durch direkte Schädigung der Haut durch Reizstoffe oder Wasser und kann jeden treffen. Die allergische Form ist eine Immunreaktion auf ein bestimmtes Allergen, tritt verzögert auf und bleibt lebenslang bestehen.
Wann ist ein Allergietest sinnvoll?
Wenn die Beschwerden anhalten oder immer wiederkehren, wenn der Auslöser unklar ist oder die Behandlung nicht anschlägt. Der Epikutantest in der Dermatologie zeigt, auf welche Stoffe die Haut allergisch reagiert.
Wie lässt sich der Auslöser finden?
Durch genaues Beobachten: Wo tritt das Ekzem auf, was war ein bis zwei Tage vorher in Kontakt, bessert es sich in den Ferien oder am Wochenende? Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten und Arbeitsstoffen prüfen; bei Unklarheit hilft der Epikutantest.
