Was ist Lagerungsschwindel?
Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS, englisch BPPV) ist eine der häufigsten Schwindelursachen. Winzige Kalkpartikel im Innenohr geraten dabei in einen Bogengang und reizen das Gleichgewichtsorgan bei bestimmten Kopfbewegungen.
Typisches Muster
- kurze Drehschwindel-Attacken von Sekunden bis etwa einer Minute
- ausgelöst durch Umdrehen im Bett, Hinlegen, Aufrichten oder Kopf-in-den-Nacken-Legen
- zwischen den Attacken oft Beschwerdefreiheit oder leichte Unsicherheit
- Übelkeit kann begleiten
Tritt der Schwindel vor allem beim Umdrehen im Bett auf, beschreibt unsere Signalseite Schwindel beim Umdrehen im Bett genau dieses Muster.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Ärztin prüft mit gezielten Lagerungstests, ob sich der typische kurze Drehschwindel mit charakteristischen Augenbewegungen auslösen lässt. Bildgebung ist dafür meist nicht nötig.
Behandlung: Lagerungsmanöver zuerst
Die etablierte Behandlung sind Befreiungs- bzw. Lagerungsmanöver wie das Epley- oder Semont-Manöver. Sie bringen die Partikel aus dem Bogengang zurück und beenden die Attacken oft rasch. Diese Manöver sind die erste Wahl – nicht Akupunktur und keine Medikamente auf Dauer.
Wann ärztlich abklären?
Schwindel mit Hörverlust, Ohrgeräuschen, Doppelbildern, Sprech- oder Schluckstörungen, Lähmungen, starken Kopfschmerzen oder nach einem Sturz gehört rasch in medizinische Beurteilung – das passt nicht zum gutartigen Lagerungsschwindel.
Welche Rolle kann TCM spielen?
TCM ersetzt die Lagerungsmanöver nicht. Bleiben nach erfolgreicher Behandlung Restbeschwerden wie Unsicherheit, Nackenverspannung oder Stress, kann ergänzend eine Behandlung mit Akupunktur besprochen werden.
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.
