Was ist ME/CFS?
Die myalgische Enzephalomyelitis / das chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine chronische Erkrankung, die mehrere Körpersysteme betrifft und die Leistungsfähigkeit oft massiv einschränkt – bis hin zur Bett- oder Hausgebundenheit. Sie ist etwas anderes als gewöhnliche Müdigkeit oder Erschöpfung.
Das Kernmerkmal: Verschlechterung nach Belastung
Charakteristisch ist die Post-Exertional Malaise (PEM): Nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung verschlechtern sich die Beschwerden deutlich – oft zeitverzögert um Stunden bis Tage und über längere Zeit anhaltend. Dieses Muster unterscheidet ME/CFS von vielen anderen Erschöpfungszuständen.
Weitere mögliche Beschwerden
- nicht erholsamer Schlaf
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme («Brain Fog»)
- Kreislaufbeschwerden, besonders im Stehen
- Schmerzen, Reizempfindlichkeit, grippeartiges Gefühl
Wie wird die Diagnose gestellt?
Es gibt keinen einzelnen beweisenden Test. Die Diagnose erfordert eine sorgfältige ärztliche Abklärung, die andere Ursachen ausschliesst und das Beschwerdemuster – insbesondere PEM – erfasst. Auch die Abgrenzung zu Long Covid, das ähnliche Bilder machen kann, gehört in ärztliche Hände.
Umgang mit der Energie: Pacing
Zentral ist ein sorgfältiger Umgang mit den eigenen Energiegrenzen (Pacing), um PEM-Episoden zu vermeiden. Pauschale Aufforderungen, sich «einfach mehr zu bewegen» oder durch die Erschöpfung «durchzubeissen», werden dem Krankheitsbild nicht gerecht und können schaden.
Welche Rolle kann TCM spielen?
Für TCM bei ME/CFS ist die Studienlage begrenzt. Eine Behandlung kann, wenn überhaupt, nur individuell und vorsichtig dosiert als komplementäre Begleitung einzelner Symptome besprochen werden – etwa Schlaf oder Schmerzen – und muss die Belastungsgrenzen strikt respektieren. TCM heilt ME/CFS nicht und stellt den Energiestoffwechsel nicht wieder her.
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.
