TCM-Ausbildung in der Schweiz: das System verstehen
Wer in der Schweiz professionell in der Traditionellen Chinesischen Medizin arbeiten möchte, begegnet schnell Begriffen wie M1 bis M7, OdA AM, Zertifikat, Mentorat und eidgenössisches Diplom. Sie gehören zu einem strukturierten Berufsbildungssystem, sind aber nicht mit kantonaler Berufsbewilligung oder Krankenkassenanerkennung gleichzusetzen.
Zuletzt fachlich geprüft: 30. September 2026 · TCM.ch Redaktion
Diese Seite dient der Orientierung für Fachpersonen. Verbindlich sind die aktuellen Vorgaben der zuständigen Behörde bzw. Organisation.
Der Berufsabschluss
Die höhere Berufsbildung kennt den Abschluss:
Naturheilpraktikerin oder Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom
Innerhalb dieses Berufs gibt es verschiedene Fachrichtungen. Dazu gehört die Traditionelle Chinesische Medizin TCM.
Die Höhere Fachprüfung wird von der OdA Alternativmedizin getragen. Die Prüfungsordnung wird im Rahmen des eidgenössischen Berufsbildungssystems vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI genehmigt und überwacht.
Der typische Ausbildungsweg
Der reguläre Weg führt über eine modulare Ausbildung.
Die OdA AM strukturiert die Ausbildung in die Module M1 bis M7. Vereinfacht bilden sie unterschiedliche Kompetenzbereiche ab, die für die spätere Berufsausübung und den Weg zur Höheren Fachprüfung zusammengeführt werden.
Wichtig ist dabei: M1 bis M7 sind nicht sieben aufeinanderfolgende Schuljahre. Es handelt sich um Module beziehungsweise Kompetenzbereiche mit definierten Anforderungen und Abschlüssen.
Die detaillierten Inhalte und aktuellen Anforderungen ergeben sich aus den Modulbeschreibungen, Reglementen und Wegleitungen der OdA AM.
Was bedeuten M1 bis M7?
Die Module decken verschiedene Bereiche der Ausbildung und Berufsentwicklung ab.
Dazu gehören unter anderem medizinische Grundlagen, die gewählte Fachrichtung, Gesundheit und Ethik, Praxisführung, therapeutische Kompetenzen, praktische Ausbildung und Mentorat.
Für angehende TCM-Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker ist insbesondere die Verbindung entscheidend: Fachwissen in TCM allein bildet nicht den gesamten eidgenössischen Berufsabschluss ab.
Die jeweils gültigen Modulbeschreibungen der OdA AM sind für die exakte Zuordnung und die aktuellen Anforderungen massgebend.
Das Zertifikat OdA AM
Nach den erforderlichen Modulabschlüssen kann das Zertifikat OdA AM eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Höheren Fachprüfung sein.
Das Zertifikat ist nicht dasselbe wie das eidgenössische Diplom.
Die OdA AM beschreibt das Zertifikat als Ausbildungsabschluss mit eigener Bedeutung im Berufsfeld. Es kann, zusammen mit den weiteren Voraussetzungen, den Zugang zur Höheren Fachprüfung ermöglichen.
Für individuelle Ausbildungsbiografien können zusätzliche Bedingungen oder Gleichwertigkeitsverfahren relevant sein.
M7 und das Mentorat
Das Mentorat bildet einen eigenen Teil des Qualifikationswegs.
Auch wer bereits andere Modulabschlüsse oder Gleichwertigkeiten besitzt, sollte deshalb die Anforderungen an M7 separat prüfen.
Die aktuellen Zulassungsbedingungen zur Höheren Fachprüfung ergeben sich aus der geltenden Prüfungsordnung und Wegleitung der OdA AM.
Die Höhere Fachprüfung
Die Höhere Fachprüfung, kurz HFP, bildet den eidgenössischen Abschluss des Berufswegs.
Die Prüfung soll feststellen, ob Kandidatinnen und Kandidaten über die Kompetenzen verfügen, die für die anspruchsvolle und verantwortungsvolle Berufstätigkeit gemäss Berufsbild erforderlich sind.
Nach erfolgreichem Abschluss kann der geschützte eidgenössische Titel entsprechend der Prüfungsordnung geführt werden.
Gleichwertigkeitsverfahren
Nicht jede Person beginnt ihre Ausbildung bei null.
Wer bereits relevante Ausbildungen, Berufsabschlüsse oder umfangreiche Praxiserfahrung mitbringt, kann je nach Situation prüfen lassen, ob bestehende Kompetenzen als gleichwertig anerkannt werden können.
Die OdA AM führt dafür Gleichwertigkeitsverfahren.
Wichtig: Übergangs- und Sonderregelungen können zeitlich befristet sein.
Nach aktuellem Stand wurde das standardisierte Gleichwertigkeitsverfahren für Modulabschlüsse M1 bis M6 für bestimmte erfahrene Praktizierende bis Ende 2026 verlängert.
Ausbildung ist nicht dasselbe wie Berufsausübungsbewilligung
Ein häufiger Fehler ist, verschiedene Ebenen miteinander zu vermischen.
| Ebene | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Ausbildung | Belegt, welche fachlichen Kompetenzen und Abschlüsse erworben wurden. |
| Zertifikat OdA AM | Ist eine Qualifikationsstufe innerhalb des Berufswegs der OdA AM. |
| Eidgenössisches Diplom | Ist der Abschluss nach erfolgreicher Höherer Fachprüfung. |
| Kantonale Berufsausübungsbewilligung | Regelt, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Tätigkeit im jeweiligen Kanton ausgeübt werden darf. |
| EMR oder andere Registrierungsstellen | Prüfen eigene Voraussetzungen für Registrierung beziehungsweise Qualitätslabel. |
| Krankenversicherung | Entscheidet im Rahmen des jeweiligen Versicherungsprodukts über die Vergütung von Leistungen. |
Diese Ebenen können miteinander verbunden sein, sind aber nicht identisch. Was die kantonale Ebene konkret bedeutet, erklärt die Seite Berufsausübungsbewilligung.
EMR-Anerkennung ist kein eidgenössisches Diplom
Das ErfahrungsMedizinische Register EMR führt ein eigenes Registrierungs- und Qualitätsverfahren.
Eine EMR-Registrierung ist deshalb weder automatisch ein eidgenössischer Berufsabschluss noch eine kantonale Berufsausübungsbewilligung.
Umgekehrt sollte auch bei einem staatlichen Berufsabschluss geprüft werden, welche Voraussetzungen für Registrierung und Versicherungsvergütung im konkreten Fall gelten.
Welcher Weg passt zu mir?
Wenn du eine TCM-Ausbildung planst, kläre zuerst dein Ziel.
Möchtest du:
- neu in den Beruf einsteigen?
- bereits vorhandene Ausbildung anerkennen lassen?
- das Zertifikat OdA AM erreichen?
- zur Höheren Fachprüfung zugelassen werden?
- ein eidgenössisches Diplom erwerben?
- in einem bestimmten Kanton selbstständig arbeiten?
- eine Anerkennung für die Zusatzversicherung erreichen?
Je klarer das Ziel ist, desto einfacher lässt sich der passende Ausbildungs- und Anerkennungsweg bestimmen.
Bestehende Ausbildung aus dem Ausland
Bei ausländischen Abschlüssen sollte nicht davon ausgegangen werden, dass eine Ausbildung automatisch einem Schweizer Abschluss entspricht.
Je nach Ziel können unterschiedliche Anerkennungs-, Gleichwertigkeits- oder Bewilligungsverfahren relevant sein.
Entscheidend ist deshalb zuerst die Frage, wofür der Abschluss in der Schweiz verwendet werden soll. Eine ausführliche Einordnung bietet die Seite Als TCM-Therapeut:in aus dem Ausland in der Schweiz arbeiten.
Kurz zusammengefasst
Das Schweizer TCM-Berufssystem besteht aus mehreren Ebenen.
Der reguläre Weg zum eidgenössischen Diplom führt über die von der OdA AM definierte Ausbildung und die Höhere Fachprüfung. M1 bis M7 strukturieren wesentliche Teile dieses Wegs.
Ausbildung, Zertifikat OdA AM, eidgenössisches Diplom, kantonale Bewilligung und Versicherungsanerkennung sollten dabei getrennt betrachtet werden.
Du planst deinen Ausbildungs- oder Anerkennungsweg?
Die TCM.ch Akademie bündelt Lernangebote und Orientierung für Fachpersonen. Die kantonale Ebene prüfst du in der Regulatorik.
Zur AkademieWas sind M1 bis M7?
M1 bis M7 sind Module beziehungsweise Kompetenzbereiche innerhalb des Ausbildungssystems der OdA AM. Die verbindlichen Inhalte und Anforderungen stehen in den jeweils aktuellen Modulbeschreibungen.
Ist das Zertifikat OdA AM das eidgenössische Diplom?
Nein. Das Zertifikat OdA AM und das eidgenössische Diplom sind unterschiedliche Qualifikationsstufen. Das eidgenössische Diplom wird nach erfolgreicher Höherer Fachprüfung erworben.
Brauche ich M7 für die Höhere Fachprüfung?
Die aktuellen Zulassungsbedingungen müssen anhand der geltenden Prüfungsordnung und Wegleitung geprüft werden. Die OdA AM nennt das Modulzertifikat M7 Mentorat beziehungsweise eine entsprechende Gleichwertigkeit als relevante Voraussetzung in ihrem aktuellen System.
Ist EMR dasselbe wie OdA AM?
Nein. Das EMR ist eine Registrierungsstelle mit eigenem Qualitätslabel und eigenen Registrierungsbedingungen. Die OdA AM ist die Trägerschaft des Berufs Naturheilpraktiker/in mit eidgenössischem Diplom und der entsprechenden Höheren Fachprüfung.
Darf ich mit einer abgeschlossenen TCM-Ausbildung automatisch in jedem Kanton arbeiten?
Nein. Die berufliche Tätigkeit kann zusätzlich kantonalen Regeln unterliegen. Ausbildung und Berufsausübungsrecht sind getrennte Ebenen.
Offizielle Quellen
- OdA AM
Höhere Fachprüfung Naturheilpraktiker:in – Prüfungsordnung und Wegleitung
Zuletzt geprüft: 30.09.2026 - OdA AM
Module M1–M7 und Zertifikat OdA AM
Zuletzt geprüft: 30.09.2026 - OdA AM
Modul M7 – Berufspraxis unter Mentorat (inkl. Nachweisformular Berufspraxis)
Zuletzt geprüft: 30.09.2026 - OdA AM
Gleichwertigkeitsverfahren zur Höheren Fachprüfung (inkl. Verlängerung M1–M6 bis Ende 2026)
Zuletzt geprüft: 02.10.2026 - SBFI
Berufsverzeichnis: Naturheilpraktiker/in mit eidgenössischem Diplom (HFP, inkl. Fachrichtung TCM)
Zuletzt geprüft: 02.10.2026 - EMR ErfahrungsMedizinisches Register
EMR-Reglement ab 01.01.2026 und Registrierungsbedingungen
Zuletzt geprüft: 30.09.2026