Laborwerte

Neutrophile erhöht: Was bedeutet das?

Neutrophile Granulozyten sind die grösste Untergruppe der weissen Blutkörperchen. Warum sie erhöht sein können und wie der Befund eingeordnet wird.

Was sind Neutrophile?

Neutrophile machen bei Erwachsenen meist rund die Hälfte bis zwei Drittel der Leukozyten aus. Sie wandern als erste Zellen in entzündetes Gewebe ein und nehmen Erreger auf. Steigt ihre Zahl, steigt meist auch die Gesamtzahl der Leukozyten; die Übersicht dazu gibt die Seite Leukozyten erhöht.

Warum können Neutrophile erhöht sein?

  • Akute Infektionen und Entzündungen: besonders bakterielle Infekte sind die klassische Erklärung.
  • Körperlicher Stress: intensive Anstrengung, Verletzungen, Operationen und auch starke Aufregung mobilisieren kurzfristig Neutrophile aus den Gefässwänden; der Wert kann dadurch vorübergehend steigen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.
  • Rauchen: erhöht die Werte häufig chronisch leicht.
  • Medikamente: Kortisonpräparate sind eine bekannte Ursache erhöhter Neutrophilenzahlen.
  • Seltenere Ursachen: dauerhaft deutlich erhöhte Werte ohne Erklärung gehören abgeklärt; dafür gibt es im Blutbild in der Regel weitere Hinweise.

Relativ, absolut und das Differenzialblutbild

Wie bei den Lymphozyten gilt: Der Prozentanteil allein kann täuschen, aussagekräftiger ist die absolute Zahl. Beurteilt wird der Wert zusammen mit der Leukozyten-Gesamtzahl, den übrigen Zellreihen und Entzündungswerten wie dem CRP.

Ein Labor- oder Bildbefund ist für sich allein keine Diagnose. Die Einordnung hier ersetzt keine ärztliche Beurteilung.
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