Rejuran und PDRN
PDRN sind Polynukleotide, gewonnen aus Lachs-DNA. Rejuran ist die bekannteste koreanische Marke dafür. Das Prinzip ist interessant, die Studienlage überschaubar, und der Zulassungsstatus in der Schweiz ist der Punkt, über den am wenigsten gesprochen wird.
PDRN steht für Polydesoxyribonukleotid, eine Kette von DNA-Bausteinen, die aus der Keimdrüse von Lachsen gewonnen wird. Der Gedanke dahinter: Diese Bausteine ähneln menschlicher DNA stark genug, dass sie im Gewebe Reparaturprozesse anstossen können.
Rejuran ist der bekannteste koreanische Markenname für ein solches Präparat und praktisch synonym mit der Behandlung geworden, ähnlich wie Tempo für Papiertaschentücher.
Zur Einordnung: Wir bieten diese Behandlung nicht an. Wir schreiben darüber, weil sie zunehmend gesucht wird und weil rund um die Verfügbarkeit in der Schweiz viel Unklares steht.
Wie das Prinzip funktioniert
PDRN wirkt nicht mechanisch wie ein Filler und nicht über Feuchtigkeitsbindung wie Profhilo. Beschrieben wird ein biologischer Weg: Anregung der Fibroblasten, Förderung der Kollagenbildung, entzündungshemmende Effekte.
In der Wundheilung und in der Behandlung von Verbrennungen wird PDRN seit längerem eingesetzt, dort gibt es eine belastbarere Datenbasis. Die ästhetische Anwendung im Gesicht ist die jüngere und deutlich schwächer untersuchte Verwendung.
Wie eine Behandlung abläuft
Injiziert wird oberflächlich in vielen kleinen Depots über das gesamte Gesicht, meist mit Betäubungscreme. Die Behandlung dauert 20 bis 30 Minuten.
Typisch sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen. Direkt danach sind die Quaddeln sichtbar, dazu Rötung und häufig kleine Blutergüsse. Rechne mit zwei bis drei Tagen, in denen man es sieht.
Was die Studienlage hergibt
Hier ist Zurückhaltung angebracht. Es gibt Studien, die eine Verbesserung von Hautelastizität und Feuchtigkeit zeigen. Sie sind überwiegend klein, häufig in Korea durchgeführt und oft ohne unabhängige Finanzierung.
Das heisst nicht, dass nichts passiert. Es heisst, dass die Evidenz nicht auf dem Niveau ist, das die Vermarktung nahelegt. Wer eine Behandlung mit dieser Preisklasse erwägt, sollte das wissen.
Der Punkt, über den kaum jemand spricht: Zulassung
Injizierbare Präparate unterliegen in der Schweiz der Heilmittelgesetzgebung. Ob ein bestimmtes PDRN-Produkt hier verkehrsfähig ist, hängt am konkreten Präparat und an seiner Klassifizierung, und die Lage ist nicht bei jedem Anbieter dieselbe.
Was das für dich heisst, ganz praktisch: Frag vor der Behandlung nach dem konkreten Produktnamen und danach, auf welcher Grundlage es in der Schweiz eingesetzt wird. Eine seriöse Praxis beantwortet das ohne Zögern. Wer ausweicht oder auf «direkt aus Korea» verweist, ist die falsche Adresse.
Bei Präparaten aus Grauimport hast du im Schadensfall zudem keine belastbare Haftungsgrundlage.
Risiken
Häufig: Quaddeln, Rötung, Blutergüsse, Druckempfindlichkeit über einige Tage.
Zu beachten: Das Präparat stammt aus Fisch. Bei bekannter Fischallergie ist das ein Ausschlusskriterium, das im Beratungsgespräch aktiv angesprochen werden muss.
Wie bei jeder Injektion im Gesicht gilt: Infektionen und Gefässkomplikationen sind selten, aber möglich, und die Qualifikation der behandelnden Person entscheidet mehr als das Präparat.
Was in der Schweiz kostet
Eine Sitzung liegt je nach Anbieter etwa zwischen CHF 450 und 750. Für die übliche Serie von drei bis vier Sitzungen kommst du auf CHF 1'400 bis 3'000. Keine Kassenleistung.
Die koreanische Alternative ohne Nadel
Wenn dich am koreanischen Ansatz die Systematik interessiert, das Schichten, die Regelmässigkeit, die Geduld über Wochen, dann bekommst du davon einen guten Teil ohne Injektion.
Gua Sha im Gesicht und Gesichtsakupunktur arbeiten beide mit dem Prinzip wiederholter, dosierter Reize über Zeit. Was sie nicht tun: Polynukleotide ins Gewebe bringen. Wenn es genau darum geht, führt kein Weg an der Injektion vorbei, und dann bitte mit geklärtem Präparat.
Wir arbeiten mit koreanischen Methoden, aber ohne injizierbare Präparate. Wir sagen dir ehrlich, was davon in der Schweiz seriös verfügbar ist.
Häufige Fragen
Was ist PDRN?
Polydesoxyribonukleotid, eine Kette von DNA-Bausteinen aus der Keimdrüse von Lachsen. Sie soll im Gewebe Reparaturprozesse anstossen. In der Wundheilung ist der Einsatz besser untersucht als in der Ästhetik.
Ist Rejuran dasselbe wie PDRN?
Rejuran ist der bekannteste koreanische Markenname für ein PDRN-Präparat und wird oft synonym verwendet. Es gibt weitere Produkte mit demselben Wirkprinzip.
Ist Rejuran in der Schweiz zugelassen?
Das hängt am konkreten Präparat und seiner Klassifizierung. Frag vor der Behandlung nach dem Produktnamen und der Grundlage des Einsatzes in der Schweiz. Eine seriöse Praxis beantwortet das direkt.
Wie viele Sitzungen braucht man?
Üblich sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen. Danach werden Auffrischungen empfohlen.
Was kostet Rejuran in der Schweiz?
Eine Sitzung etwa CHF 450 bis 750, für die übliche Serie also CHF 1400 bis 3000. Keine Kassenleistung.
Kann ich Rejuran bei einer Fischallergie machen lassen?
Nein. Das Präparat wird aus Lachs gewonnen. Eine bekannte Fischallergie ist ein Ausschlusskriterium und gehört zwingend ins Beratungsgespräch.