Rosacea
Rosacea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung und gehört dermatologisch abgeklärt. Was du hier findest, ist die Einordnung: welche Form du wahrscheinlich hast, was dagegen etabliert ist, und was ergänzend sinnvoll sein kann.
Rosacea betrifft vor allem die Gesichtsmitte: Wangen, Nase, Stirn, Kinn. Sie verläuft in Schüben, beginnt meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr und ist chronisch - behandelbar, aber nicht heilbar.
Der wichtigste Satz zuerst: Rosacea gehört in dermatologische Abklärung. Sie wird häufig mit Akne, Kontaktekzem oder perioraler Dermatitis verwechselt, und die Behandlungen unterscheiden sich grundlegend.
Die vier Formen
Erythematös-teleangiektatisch. Dauerhafte Rötung, sichtbare Äderchen, Brennen. Keine Pusteln. Das ist die Form, die der Couperose am nächsten kommt.
Papulopustulös. Rötung mit entzündlichen Knötchen und Pusteln. Sieht aus wie Akne, ist aber keine - es fehlen die Mitesser. Genau daran unterscheidet man die beiden.
Phymatös. Verdickung des Gewebes, meist an der Nase. Betrifft überwiegend Männer und braucht eine eigene Behandlung.
Okulär. Betrifft die Augen: Trockenheit, Fremdkörpergefühl, gerötete Lidränder. Wird oft übersehen und gehört augenärztlich mitbehandelt.
Auslöser
Die individuellen Trigger sind unterschiedlich, aber die Liste wiederholt sich: Sonne steht bei den meisten an erster Stelle. Dazu Hitze und Kälte, schnelle Temperaturwechsel, Alkohol - besonders Rotwein -, scharfes Essen, heisse Getränke, körperliche Anstrengung und Stress.
Ein Trigger-Tagebuch über vier bis sechs Wochen ist unspektakulär, aber es ist die zuverlässigste Methode, das eigene Muster zu erkennen.
Was dermatologisch gemacht wird
Äusserlich kommen unter anderem Azelainsäure, Metronidazol und Ivermectin zum Einsatz, bei ausgeprägten Formen zusätzlich Tabletten. Sichtbare Äderchen sprechen auf äusserliche Mittel nicht an - dafür werden gefässbezogene Laser- und Lichtverfahren eingesetzt.
Wir bieten diese Verfahren nicht an. Wir sagen dir trotzdem, dass sie bei diesem Befund das Mittel der Wahl sind.
Pflege: weniger ist hier tatsächlich mehr
Rosacea-Haut hat eine gestörte Barriere und reagiert auf fast alles. Die Regeln:
Lauwarm waschen, milde Reinigung ohne Tenside, die schäumen wie Spülmittel. Keine Peelings, weder mechanisch noch chemisch. Kein Retinol in der Selbstanwendung. Keine Duftstoffe, kein Alkohol denat., kein Menthol.
Was gut funktioniert: Niacinamid in niedriger Konzentration, Centella, Panthenol, barrierestärkende Cremes mit Ceramiden.
Sonnenschutz ist bei Rosacea keine Empfehlung, sondern Behandlung. Mineralische Filter werden meist besser vertragen, siehe Sonnencreme fürs Gesicht.
Was wir tun und was nicht
Wir behandeln Rosacea nicht. Was wir sehen: Bei einem Teil der Betroffenen koppeln sich die Schübe erkennbar an Belastungsphasen, schlechten Schlaf und Verdauungsthemen. Wo dieses Muster besteht, ist die Kräutertherapie ein möglicher ergänzender Weg - parallel zur dermatologischen Behandlung, nicht statt ihr.
Und ganz klar: Bei aktiver Rosacea ist Gua Sha im Gesicht nicht geeignet. Reibung auf gereizter, gefässempfindlicher Haut verschlechtert das Bild.
Wie wir Rosacea mit chinesischer Medizin behandeln, steht ausführlich auf der Behandlungsseite.
Wenn die Auslöser im Alltag liegen, ist die dermatologische Behandlung die eine Hälfte. Über die andere sprechen wir gern.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rosacea und Couperose?
Couperose bezeichnet sichtbare erweiterte Äderchen ohne entzündliches Geschehen. Rosacea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der Äderchen ein Teilaspekt sein können. Couperose kann eine Vorstufe sein.
Ist Rosacea heilbar?
Nein, sie ist chronisch. Sie lässt sich aber gut kontrollieren, und schubfreie Phasen über lange Zeiträume sind möglich.
Wie unterscheide ich Rosacea von Akne?
An den Mitessern. Akne hat sie, Rosacea nicht. Rosacea betrifft ausserdem typischerweise die Gesichtsmitte und beginnt später im Leben.
Welche Pflege bei Rosacea?
Milde Reinigung, keine Peelings, kein Retinol, keine Duftstoffe. Barrierestärkende Pflege mit Ceramiden, Panthenol oder Niacinamid, und täglich mineralischer Sonnenschutz.
Hilft Ernährung bei Rosacea?
Bestimmte Auslöser sind gut belegt - Alkohol, scharfes Essen, heisse Getränke. Eine allgemeingültige Rosacea-Diät gibt es nicht, das individuelle Muster findest du über ein Trigger-Tagebuch.
Ist Gua Sha bei Rosacea sinnvoll?
Nein. Bei aktiver Rosacea ist Reibung auf gefässempfindlicher Haut kontraproduktiv.