Ultherapy und HIFU
HIFU bündelt Ultraschall in einem Punkt tief im Gewebe und erzeugt dort gezielt Hitze. Das Gewebe zieht sich zusammen und bildet über Monate neues Kollagen. Ein Lifting ersetzt es nicht, auch wenn es oft so beworben wird.
HIFU steht für hochintensiven fokussierten Ultraschall. Die Schallwellen durchdringen die Hautoberfläche, ohne sie zu verletzen, und bündeln sich erst in einer definierten Tiefe. Dort entsteht punktuell Hitze von etwa 60 bis 70 Grad, das Gewebe zieht sich zusammen, und in den Wochen danach bildet der Körper an diesen Punkten neues Kollagen.
Ultherapy ist ein Markenname für ein HIFU-Gerät und das einzige System, das zusätzlich Ultraschall-Bildgebung nutzt: Die behandelnde Person sieht während der Behandlung, in welche Gewebeschicht sie zielt.
Zur Einordnung: Wir bieten HIFU nicht an. Dieser Artikel erklärt die Methode, weil sie häufig gesucht und häufig überversprochen wird.
Wie eine Behandlung abläuft
Nach der Reinigung wird Ultraschallgel aufgetragen und das Handstück in Bahnen über das Behandlungsareal geführt. Gearbeitet wird typischerweise in drei Tiefen: 4,5 mm für die tiefere Gewebeschicht, 3 mm für die Lederhaut, 1,5 mm für oberflächliche Feinheiten.
Eine Gesichtsbehandlung dauert 45 bis 90 Minuten, je nach Areal und Anzahl der gesetzten Punkte.
Wie schmerzhaft ist es?
Ehrlich: deutlich unangenehmer als die meisten anderen Gesichtsbehandlungen. Beschrieben wird ein kurzes, tiefes Stechen oder Hitzegefühl bei jedem gesetzten Punkt, besonders über Knochen wie Kiefer und Stirn.
Schmerzmittel vorab und eine reduzierte Energiestufe sind üblich. Eine niedrigere Energie ist aber auch eine geringere Wirkung, und dieser Zusammenhang wird im Verkaufsgespräch selten deutlich gemacht.
Was realistisch dabei herauskommt
Erwartbar ist eine moderate Straffung und eine etwas definiertere Kontur, vor allem entlang des Kieferbogens und am Hals. Bei guter Ausgangslage, also elastischer Haut und leichter Erschlaffung, sind die Ergebnisse am überzeugendsten.
Nicht erwartbar: das Ergebnis eines chirurgischen Liftings. Bei deutlich erschlafftem Gewebe stösst HIFU an eine harte Grenze, und ein Anbieter, der dort trotzdem behandelt, nimmt dein Geld für ein absehbar enttäuschendes Ergebnis.
Das Ergebnis entwickelt sich über zwei bis drei Monate und hält typischerweise ein bis anderthalb Jahre. Meist reicht eine Sitzung, Auffrischung nach etwa einem Jahr.
Was es in der Schweiz kostet
Je nach Areal und Anzahl der gesetzten Punkte liegt eine Behandlung etwa zwischen CHF 900 und 2'500. Nur Kinn und Kieferlinie deutlich darunter, ganzes Gesicht plus Hals am oberen Ende.
Ein auffällig günstiges Angebot bedeutet in der Regel weniger gesetzte Punkte oder ein Gerät ohne Bildgebung. Bei dieser Methode ist der Preis ein Hinweis auf die Dosis.
Risiken und wann es nicht in Frage kommt
Häufig: Rötung, Schwellung, Druckempfindlichkeit und ein Gefühl von Muskelkater im Gesicht für einige Tage bis zwei Wochen.
Selten: vorübergehende Nervenirritation mit Taubheitsgefühl, Verbrennungen bei falscher Energiewahl, und bei sehr schlanken Gesichtern ein unerwünschter Verlust von Wangenvolumen.
Nicht behandelt wird bei aktiven Entzündungen im Areal, bei Implantaten oder Metall im Behandlungsgebiet, in Schwangerschaft und Stillzeit und bei schwerer Akne im Behandlungsbereich.
Die sanftere Alternative
HIFU adressiert Kontur und Gewebestraffung. Das ist ein anderes Thema als ein müdes, geschwollenes oder verspanntes Gesicht, auch wenn beides im Spiegel ähnlich aussehen kann.
Wenn Spannung im Kiefer, Schwellungsgefühl am Morgen oder ein insgesamt erschöpftes Hautbild das eigentliche Thema sind, arbeiten Gesichtsakupunktur und Gua Sha im Gesicht genau dort, ohne Schmerz und ohne Ausfallzeit. Was sie nicht tun: erschlafftes Gewebe straffen. Da ist HIFU die passende Methode, und wenn es darum geht, sagen wir das auch.
Zwei sehr unterschiedliche Themen, die sich ähnlich anfühlen. Wir ordnen ein und sagen dir, was in unserer Praxis dafür sinnvoll ist und was nicht.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen HIFU und Ultherapy?
HIFU ist die Technologie, Ultherapy ein Markenname für ein bestimmtes Gerät. Ultherapy nutzt zusätzlich Ultraschall-Bildgebung, sodass die behandelnde Person die Zielschicht während der Behandlung sieht.
Ist HIFU schmerzhaft?
Deutlich unangenehmer als die meisten Gesichtsbehandlungen. Bei jedem gesetzten Punkt entsteht ein kurzes, tiefes Stechen, besonders über Kiefer und Stirn. Schmerzmittel vorab sind üblich.
Ersetzt HIFU ein Facelift?
Nein. Erwartbar ist eine moderate Straffung bei elastischer Haut und leichter Erschlaffung. Bei deutlich erschlafftem Gewebe stösst die Methode an eine harte Grenze.
Wie lange hält das Ergebnis?
Das Ergebnis entwickelt sich über zwei bis drei Monate und hält typischerweise ein bis anderthalb Jahre. Meist reicht eine Sitzung, Auffrischung nach etwa einem Jahr.
Was kostet HIFU in der Schweiz?
Je nach Areal etwa CHF 900 bis 2500. Auffällig günstige Angebote bedeuten meist weniger gesetzte Punkte oder ein Gerät ohne Bildgebung.
Wie viele Sitzungen braucht man?
In der Regel eine, mit Auffrischung nach etwa einem Jahr. Das unterscheidet HIFU von Methoden wie Microneedling, die in Serien gemacht werden.