Was ist ein Lipödem?
Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung des Unterhautfettgewebes, die überwiegend Frauen betrifft. Typisch ist eine symmetrische, disproportionierte Fettvermehrung vor allem an Beinen, Hüften oder Armen. Häufig kommen Druckschmerz, Schweregefühl und eine Neigung zu blauen Flecken hinzu.
Ein Lipödem ist nicht dasselbe wie Übergewicht und auch nicht dasselbe wie ein Lymphödem. Die Abgrenzung ist wichtig, weil sich Behandlung und Verlauf unterscheiden.
Typische Beschwerden
Lipödem, Lymphödem oder Übergewicht?
Bei einem Lymphödem steht eine Störung des Lymphabflusses mit Flüssigkeitseinlagerung im Vordergrund. Beim Lipödem ist das Fettgewebe selbst krankhaft verändert. Übergewicht kann zusätzlich vorhanden sein, erklärt das typische Lipödem-Muster aber nicht vollständig.
Deshalb sollte bei unklaren Beinschwellungen oder ausgeprägter Disproportion eine fachkundige Untersuchung erfolgen, bevor eine Behandlung begonnen wird.
Wie wird ein Lipödem behandelt?
Es gibt keine einfache Einzelmassnahme, die ein Lipödem beseitigt. Die Behandlung richtet sich nach Beschwerden und Alltagseinschränkung.
- Kompression: kann Schmerzen, Schweregefühl und Alltagseinschränkungen reduzieren.
- Bewegung: unterstützt Fitness, Muskelpumpe und allgemeine Gesundheit.
- Gewichtsmanagement: ist relevant, wenn zusätzlich Übergewicht besteht, auch wenn das Lipödem dadurch nicht einfach verschwindet.
- Hautpflege und Selbstmanagement: gehören bei entsprechenden Beschwerden zur langfristigen Betreuung.
- Liposuktion: kann bei ausgewählten schweren Verläufen nach spezialisierter Beurteilung infrage kommen.
Kann TCM beim Lipödem unterstützen?
Für eine Veränderung des krankhaft vermehrten Fettgewebes durch Akupunktur oder andere TCM-Verfahren gibt es keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage. Eine TCM-Behandlung sollte deshalb nicht mit dem Versprechen verbunden werden, ein Lipödem zu entfernen oder dessen Ursache zu beheben.
Ergänzend können bei einzelnen Patientinnen Beschwerden wie muskuläre Spannung, Stress, Schlafprobleme oder begleitende Schmerzen behandelt werden. Dabei sollte die etablierte Versorgung mit Kompression, Bewegung und gegebenenfalls spezialisierter Gefäss- oder Lymphologie weitergeführt werden.
Wann medizinisch abklären?
- Neu aufgetretene oder deutlich zunehmende Beinschwellung
- Einseitige Schwellung, Rötung, Überwärmung oder starke Schmerzen
- Unklare Schwellung von Füssen oder Händen
- Atemnot zusammen mit Beinschwellung
- Unsicherheit, ob Lipödem, Lymphödem, venöse Erkrankung oder eine andere Ursache vorliegt
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.