Was steckt hinter dem Morton-Neurom?
Zwischen den Mittelfussköpfchen verlaufen die Nerven zu den Zehen. Werden sie dort chronisch gequetscht, meist zwischen der dritten und vierten Zehe, verdickt sich das Nervengewebe: Ein Morton-Neurom entsteht. Typisch sind brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen im Vorfuss, die in die Zehen ausstrahlen, dazu Taubheitsgefühl und das Gefühl, auf einem Kieselstein zu stehen. Enge, spitze Schuhe und hohe Absätze verstärken die Beschwerden, weil sie den Vorfuss zusammenpressen, Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Auch Spreizfüsse und viel Belastung im Vorfussbereich spielen mit. Viele Betroffene entwickeln den Reflex, den Schuh auszuziehen und den Fuss zu massieren, was kurz entlastet. Die Behandlung reicht von Schuhumstellung und Einlagen über Infiltrationen bis zur Operation bei hartnäckigen Fällen.
Häufige Auslöser
Enges Schuhwerk. Spitze Schuhe und hohe Absätze pressen die Mittelfussknochen zusammen, der wichtigste Faktor.
Spreizfuss. Das abgesunkene Quergewölbe verändert die Druckverhältnisse im Vorfuss.
Vorfussbelastung. Laufen, Springen, Tanzen und stehende Berufe erhöhen die Last auf den Nerv.
Fussmuskulatur. Schwache Fussmuskeln stabilisieren das Gewölbe zu wenig.
Häufige Symptome
Wann du ärztlich abklären solltest
Anhaltende Vorfussschmerzen gehören ärztlich eingeordnet, die Diagnose sichert Ultraschall oder MRI. Abzugrenzen sind Stressfrakturen, Arthrose der Zehengelenke und Polyneuropathie, besonders bei Diabetes. Die TCM ergänzt die ärztliche Einordnung, sie ersetzt sie nicht.
Wie die TCM beim Morton-Neurom begleiten kann
Die Behandlung zielt auf zwei Ebenen: den gereizten Nerv beruhigen und die Druckverhältnisse im Vorfuss verbessern.
- Akupunktur wird bei Nervenschmerzen häufig eingesetzt, mit Punkten am Fuss und entlang der Leitbahnen des Beins. Viele berichten über weniger Brennen und längere beschwerdefreie Strecken.
- Elektroakupunktur ergänzt bei hartnäckigen Nervenschmerzen.
- Tuina mobilisiert den Vorfuss, lockert die Fussmuskulatur und entlastet so den eingeengten Nerv.
- Moxibustion wärmt den Fuss, wohltuend besonders bei Taubheitsgefühl und Kälteempfindlichkeit.
Bei Taubheit und Brennen in beiden Füssen findest du mehr auf unserer Seite zu Polyneuropathie.
Was du selbst tun kannst
- Schuhe mit breiter Zehenbox tragen, enge und spitze Modelle aussortieren
- Absätze über 3 bis 4 cm meiden
- Fussgymnastik: Zehen spreizen, greifen, Fussgewölbe kräftigen
- Vorfuss entlasten: Pausen bei langem Stehen, weiche Sohlen
- Einlagen mit Pelotte tragen, wenn ärztlich empfohlen
Wie eine Behandlung abläuft
Im Erstgespräch klären wir Befund, Schuhwerk, Belastung und was die Beschwerden auslöst. Die Behandlung kombiniert meist Akupunktur oder Elektroakupunktur mit Tuina am Vorfuss, ein- bis zweimal pro Woche über 8 bis 12 Sitzungen. Parallel gehören Schuhumstellung und Fussgymnastik dazu, ohne sie kommt der Druck zurück. Einlagenversorgung und ärztliche Therapie laufen ideal parallel.
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.


