Metatarsalgie ist keine eigene Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Schmerz unter dem Vorfussballen. Ursachen sind Überlastung, enge oder hohe Schuhe, eine Fussform mit hohem Gewölbe, Fehlstellungen der Grosszehe, Zehendeformitäten, ein Morton-Neurom, Schleimbeutelreizung oder Arthrose. Die Ursache wird ärztlich geklärt; oft helfen Schuhwechsel, Einlagen und Dehnung der Wade.
Was ist eine Metatarsalgie?
Die fünf Mittelfussknochen enden in den Köpfchen, die den Ballen hinter den Zehen bilden. Schmerz in diesem Bereich heisst Metatarsalgie. Der Begriff beschreibt das Symptom, nicht die Ursache: Er kann einen kleinen Bereich oder fast die ganze Breite des Vorfusses betreffen und an einem oder beiden Füssen auftreten. Beschrieben wird er als Brennen, dumpfes Drücken, stechender Schmerz oder das Gefühl, auf Kieselsteinen zu gehen.
Einige Ursachen haben eigene Seiten: Das Morton-Neurom ist eine Nervenverdickung zwischen den Zehen, der Hallux valgus und der Hallux rigidus verlagern die Last von der Grosszehe auf die kleineren Mittelfussköpfchen. Diese Seite ordnet den Vorfussschmerz insgesamt ein.
Typische Beschwerden
- Schmerz unter dem Vorfussballen, stärker beim Stehen, Gehen, Laufen und Barfussgehen auf hartem Boden
- Brennen oder Stechen, das in die Zehen ziehen kann
- Gefühl eines Steins oder einer Falte im Schuh
- Hornhaut oder Schwielen unter den belasteten Köpfchen
- manchmal Schwellung oder Rötung
Ursachen
Oft wirken mehrere Faktoren zusammen: intensives Laufen oder Springen, enge oder spitze Schuhe, hohe Absätze und dünne Sohlen, Übergewicht, ein hohes Fussgewölbe oder lange zweite Zehe, verkürzte Waden- und Achillessehnen, die den Vorfuss stärker belasten. Fehlstellungen der Grosszehe und Hammer- oder Krallenzehen verlagern die Last, ebenso frühere Operationen am Vorfuss. Dazu kommen umschriebene Ursachen wie Morton-Neurom, Schleimbeutelreizung, Überlastungsbruch eines Mittelfussknochens, Arthrose oder entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, ausserdem Hornhaut oder Warzen.
Wie wird abgeklärt?
Eine Selbstdiagnose ist nicht sinnvoll, weil die Ursachen verschieden behandelt werden. Die Ärztin untersucht Fussform, Zehenstellung, Druckstellen, Beweglichkeit der Gelenke und tastet die Köpfchen und Zwischenräume ab. Röntgenbilder im Stehen zeigen Knochenlängen, Fehlstellungen, Arthrose und Überlastungsbrüche. Ultraschall oder MRT klären Weichteilursachen wie Neurom, Schleimbeutel oder Risse der Plantarplatte.
Wie wird behandelt?
- Entlasten: Füsse hochlagern, belastende Sportarten vorübergehend durch Velo oder Schwimmen ersetzen, langes Stehen meiden
- Kühlen bis 20 Minuten, mehrmals täglich, in ein Tuch gewickelt
- Schuhe: breit, weich gepolstert, flache Absätze, genug Platz für die Zehen; keine spitzen Schuhe und hohen Absätze
- Einlagen und Polster: weiche Einlagen oder eine Pelotte hinter den Köpfchen verteilen den Druck
- Wadendehnung regelmässig, weil verkürzte Waden den Vorfuss stärker belasten; Übungen für Fuss und Sprunggelenk
- Gewicht reduzieren, wo es eine Rolle spielt
- Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen als Gel oder Tablette nach Absprache
- Behandlung der Ursache: je nach Befund Physiotherapie, Behandlung von Neurom, Fehlstellung oder Grunderkrankung; eine Operation kommt erst infrage, wenn konservative Massnahmen über längere Zeit nicht reichen, und richtet sich nach der Ursache
Kann TCM ergänzend helfen?
Zur Akupunktur bei Metatarsalgie haben wir keine aussagekräftigen Studien gefunden. Weil hinter dem Schmerz verschiedene Ursachen stecken, muss zuerst klar sein, welche vorliegt. Danach kann ein ergänzender Versuch zur Schmerzlinderung besprochen werden. Er ändert nichts an Fehlstellung, Druckverteilung oder Schuhproblem; Schuhe, Einlagen und Dehnung bleiben die Grundlage.
Wann zeitnah abklären?
- starker Schmerz, Auftreten unmöglich, veränderte Fussform oder ein Knacken bei einer Verletzung (möglicher Bruch)
- heisser, geschwollener, geröteter Fuss oder Fieber
- Kribbeln oder Gefühlsverlust im Fuss
- Fussschmerz bei Diabetes
- keine Besserung nach zwei Wochen Selbstbehandlung oder immer wiederkehrender Schmerz
Nächster Schritt
Prüfe deine Schuhe, entlaste den Fuss und lass die Ursache ärztlich klären, wenn der Schmerz nach zwei Wochen nicht besser ist. Für einen ergänzenden Behandlungsversuch nach der Abklärung findest du über den Praxisfinder eine Praxis.
Häufige Fragen
Ist Metatarsalgie eine eigene Diagnose?
Nein. Metatarsalgie beschreibt Schmerz unter dem Vorfussballen. Die eigentliche Diagnose, zum Beispiel Überlastung, Fehlstellung, Morton-Neurom oder Arthrose, stellt die Ärztin mit Untersuchung und Bildgebung.
Wie unterscheidet sie sich vom Morton-Neurom?
Das Morton-Neurom ist eine Ursache von Metatarsalgie: eine verdickte Nervenstelle zwischen den Zehen, typisch mit brennendem oder elektrisierendem Schmerz und Kribbeln in zwei benachbarten Zehen. Andere Ursachen schmerzen eher dumpf unter den Köpfchen.
Was können Schuhe und Einlagen beitragen?
Viel. Breite, weiche Schuhe mit flachem Absatz und eine Pelotte hinter den Mittelfussköpfchen verteilen den Druck und entlasten den Ballen. Zusammen mit Wadendehnung lindert das viele Beschwerden deutlich.
