Was ist rheumatoide Arthritis?
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem greift Strukturen in und um die Gelenke an. Dadurch entstehen Schwellung, Schmerzen und ausgeprägte Steifigkeit. Ohne wirksame Behandlung kann die Entzündung Gelenke dauerhaft schädigen.
Sie unterscheidet sich grundlegend von einer Arthrose. Arthrose ist primär eine degenerative Gelenkerkrankung. Rheumatoide Arthritis ist dagegen eine systemische Entzündungserkrankung und gehört rheumatologisch behandelt.
Typische Beschwerden
Warum eine frühe Diagnose wichtig ist
Bei rheumatoider Arthritis reicht reine Schmerzbehandlung nicht aus. Entscheidend ist, die Entzündungsaktivität möglichst früh zu kontrollieren. Dafür werden krankheitsmodifizierende Medikamente eingesetzt, sogenannte DMARDs. Sie können den Verlauf bremsen und Gelenkschäden vorbeugen.
Schmerzmittel allein erfüllen diese Aufgabe nicht. Auch eine komplementäre Behandlung kann eine wirksame rheumatologische Basistherapie nicht ersetzen.
Wie wird rheumatoide Arthritis behandelt?
- DMARDs: bilden die Grundlage der krankheitsmodifizierenden Therapie.
- Biologika und weitere zielgerichtete Medikamente: können bei entsprechender Krankheitsaktivität eingesetzt werden.
- Kortison: wird abhängig von Situation und Therapiestrategie insbesondere kurzfristig verwendet.
- Physio- und Ergotherapie: unterstützen Beweglichkeit, Kraft und Alltag.
- Bewegung: bleibt auch bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wichtig und wird an Krankheitsaktivität und Funktion angepasst.
Kann TCM ergänzend unterstützen?
Akupunktur kann bei chronischen Schmerzen und muskulären Begleitbeschwerden als ergänzende Massnahme eingesetzt werden. Sie ist bei rheumatoider Arthritis jedoch keine krankheitsmodifizierende Therapie und verhindert nicht zuverlässig Gelenkschäden.
Eine sinnvolle komplementäre Begleitung setzt deshalb voraus, dass die rheumatologische Behandlung weitergeführt wird. Medikamente sollten wegen einer TCM-Behandlung niemals selbstständig reduziert oder abgesetzt werden.
Bei stark entzündeten, heissen oder deutlich geschwollenen Gelenken behandeln wir nicht aggressiv lokal. Die medizinische Kontrolle der Entzündungsaktivität steht im Vordergrund.
Wann rasch abklären?
- Neu auftretende anhaltende Gelenkschwellungen
- Mehrere schmerzhaft geschwollene Gelenke gleichzeitig
- Lange Morgensteifigkeit zusammen mit Gelenkschwellung
- Fieber oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl bei immunsuppressiver Therapie
- Plötzlich sehr heisses, stark schmerzendes Einzelgelenk
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.