Blutsenkung (BSG) erhöht: Was bedeutet das?
Die Blutsenkung (BSG) ist ein unspezifischer Entzündungsmarker. Was eine erhöhte Senkung bedeutet, wie sie sich vom CRP unterscheidet und wann abklären.
Wie funktioniert die Blutsenkung?
Bei Entzündungsreaktionen verändern bestimmte Eiweisse im Blut die Oberflächeneigenschaften der roten Blutkörperchen; sie ballen sich leichter zusammen und sinken schneller ab. Gemessen wird die Strecke nach einer, teils auch nach zwei Stunden.
Was kann die Senkung erhöhen?
- Infektionen
- entzündlich-rheumatische Erkrankungen
- Gewebeschäden, Operationen
- Blutarmut
- Schwangerschaft
- höheres Alter (der Referenzbereich steigt mit dem Alter)
- selten bestimmte Eiweissveränderungen im Blut
Eine leicht erhöhte Senkung ohne Beschwerden ist häufig und für sich genommen kein Krankheitsbeweis.
BSG oder CRP: Was ist der Unterschied?
Das CRP reagiert schnell (innert Stunden bis Tagen) und eignet sich für akute Verläufe. Die Blutsenkung verändert sich träger und bleibt länger erhöht; sie wird heute vor allem noch bei bestimmten rheumatologischen Fragestellungen und zur Verlaufsbeurteilung einzelner Erkrankungen verwendet. Beide Marker können auch auseinanderlaufen; das ist ein Befund, keine Panne.
Warum zählt der Kontext?
Eine stark beschleunigte Senkung mit passenden Beschwerden, etwa neuen Kopfschmerzen an den Schläfen, Sehstörungen und Kauschmerzen bei älteren Menschen, hat ein anderes Gewicht als eine mässige Erhöhung bei gutem Befinden. Die Einordnung gehört deshalb in die ärztliche Gesamtschau.