Erythrozyten erhöht: Was bedeutet eine zu hohe Anzahl?
Erhöhte Erythrozyten können durch Flüssigkeitsmangel oder eine echte Mehrproduktion entstehen. Warum Hämoglobin, Hämatokrit und Verlauf zur Einordnung gehören.
Was sind Erythrozyten?
Rote Blutkörperchen transportieren mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin Sauerstoff durch den Körper. Ihre Anzahl wird im Blutbild zusammen mit Hämoglobin, Hämatokrit und den Erythrozytenindizes (MCV, MCH, MCHC) beurteilt.
Konzentration oder echte Mehrproduktion?
Bei Flüssigkeitsmangel, etwa nach Durchfall, starkem Schwitzen oder zu wenig Trinken, sinkt der flüssige Blutanteil; die Zellzahl erscheint dann rechnerisch höher (Hämokonzentration). Sind dagegen Erythrozyten, Hämoglobin und Hämatokrit dauerhaft gemeinsam erhöht, kann eine echte Mehrproduktion vorliegen.
Was kann eine echte Mehrproduktion begünstigen?
- chronischer Sauerstoffmangel, etwa durch Rauchen, Lungenerkrankungen oder Schlafapnoe
- Aufenthalt in grosser Höhe
- selten hormonelle Ursachen
- selten Erkrankungen der Blutbildung
Welche Ursache vorliegt, lässt sich aus dem Einzelwert nicht bestimmen.
Merkt man erhöhte Erythrozyten?
Leichte Erhöhungen bleiben meist unbemerkt. Bei deutlich verdicktem Blut sind Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Gesichtsrötung möglich; solche Beschwerden haben aber auch viele andere Ursachen.