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Methoden

Polynukleotide

Polynukleotide sind der Wirkstoff hinter einer ganzen Generation koreanischer Behandlungen. Das Prinzip ist plausibel und teilweise untersucht. Was fehlt, sind grosse, unabhängige Studien - und genau das sollte man wissen, bevor man mehrere hundert Franken pro Sitzung zahlt.

Simon Stüve 7 Min. Lesezeit Aktualisiert August 2026 Geprüft durch Simon Stüve

Polynukleotide sind Ketten aus DNA-Bausteinen. Gewonnen werden sie meist aus der Keimdrüse von Lachs oder Forelle, gereinigt und fragmentiert. Die kurzkettige Variante heisst PDRN, siehe Rejuran und PDRN.

Warum ausgerechnet Lachs

Die DNA-Sequenzen von Fisch und Mensch sind sich in diesen Abschnitten sehr ähnlich. Das Material ist gut verfügbar, gut zu reinigen und löst kaum Immunreaktionen aus. Es geht nicht um «Fisch für die Haut», sondern um eine biologisch kompatible Molekülquelle.

Das Wirkprinzip

Zwei Mechanismen werden beschrieben. Erstens ein Rezeptoreffekt: Die Fragmente docken an Rezeptoren an, die an Reparatur- und Entzündungsprozessen beteiligt sind. Zweitens ein physikalischer Effekt: Das Gel bindet Wasser und gibt ein Gerüst, an dem sich Zellen orientieren.

Beides ist plausibel. Der Unterschied zu Microneedling ist, dass dort ausschliesslich der Verletzungsreiz wirkt, während hier zusätzlich ein Material eingebracht wird.

Was die Studienlage hergibt

Es gibt Untersuchungen zu Hautelastizität, Feuchtigkeit und Wundheilung, überwiegend aus Korea und Italien. Sie zeigen Verbesserungen.

Die Einschränkungen: kleine Teilnehmerzahlen, kurze Beobachtungszeiträume, häufig Beteiligung der Hersteller, selten verblindete Kontrollgruppen. Für ein Verfahren, das seit Jahren breit vermarktet wird, ist das wenig.

Am besten belegt ist die Anwendung nicht in der Ästhetik, sondern in der Wundheilung.

Präparate und Einsatzgebiete

Die bekanntesten Marken sind Rejuran aus Korea sowie Plinest und verwandte Produkte aus Italien. Sie unterscheiden sich in Kettenlänge und Konzentration.

Eingesetzt werden sie vor allem bei dünner, trockener Haut, im Bereich der Augenpartie, am Hals und ergänzend bei Aknenarben.

Üblich sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen. Das Ergebnis baut sich über zwei bis drei Monate auf und hält bei den meisten sechs bis zwölf Monate.

Was danach kommt

Quaddeln, Rötung und gelegentlich kleine Blutergüsse. Um die Augen ist die Ausfallzeit erfahrungsgemäss am längsten, rechne dort mit zwei bis vier Tagen sichtbarer Spuren.

Wo die Grenze liegt

Polynukleotide arbeiten an Hautqualität. Sie ersetzen kein Volumen, straffen kein abgesunkenes Gewebe und glätten keine tiefen Falten. Wer das erwartet, ist bei einer anderen Kategorie richtig, siehe Skin Booster.

Unsere Position

Wir bieten keine Injektionen an. Wenn du dieses Verfahren erwägst, gehört es in ärztliche Hände, und die Frage nach dem konkreten Präparat und der Erfahrung des Behandlers ist berechtigt.

Was wir sagen können: Bei dünner, müder Haut ohne strukturellen Substanzverlust lohnt es sich, zuerst Sonnenschutz und Retinol über Monate konsequent auszuschöpfen. Das kostet fast nichts und ist besser belegt als jedes injizierbare Präparat in dieser Gruppe.

Erst einordnen, dann entscheiden

Wir bieten keine Injektionen an. Wir sagen dir, was wir von einem Verfahren halten und was bei dir zuerst sinnvoll wäre.

Häufige Fragen

Was sind Polynukleotide?

Ketten aus DNA-Bausteinen, meist aus Lachs gewonnen, gereinigt und in die Haut injiziert. Sie sollen Reparaturprozesse anregen und Wasser binden.

Was ist der Unterschied zwischen PDRN und Polynukleotiden?

PDRN bezeichnet die kurzkettige Variante, Polynukleotide die längerkettige. Die Begriffe werden im Marketing oft synonym verwendet.

Wie viele Sitzungen braucht man?

Üblich sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen. Das Ergebnis baut sich über zwei bis drei Monate auf.

Wie gut ist die Studienlage?

Es gibt positive Untersuchungen, aber mit kleinen Teilnehmerzahlen, kurzen Zeiträumen und häufiger Herstellerbeteiligung. Am besten belegt ist der Einsatz in der Wundheilung, nicht in der Ästhetik.

Sind Polynukleotide für Veganer geeignet?

Nein, das Ausgangsmaterial stammt von Fisch.

Straffen Polynukleotide die Haut?

Nicht im Sinne eines Liftings. Sie arbeiten an Hautqualität, nicht an abgesunkenem Gewebe oder Volumenverlust.

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