Was ist Morbus Menière?
Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs. Typisch sind wiederkehrende Anfälle von Drehschwindel zusammen mit Hörminderung, Ohrgeräuschen und einem Druck- oder Völlegefühl im betroffenen Ohr.
Die Beschwerden können sehr belastend sein, weil Schwindelattacken oft plötzlich auftreten. Zwischen den Attacken können Gleichgewicht und Hörvermögen unterschiedlich stark beeinträchtigt bleiben.
Typische Beschwerden
Nicht jeder Schwindel ist Morbus Menière
Drehschwindel hat viele mögliche Ursachen. Häufiger als Morbus Menière sind beispielsweise gutartiger Lagerungsschwindel, Kreislaufprobleme oder vestibuläre Migräne. Ein plötzlicher Hörverlust kann wiederum andere Ursachen haben und sollte zeitnah HNO-ärztlich beurteilt werden.
Die Diagnose Morbus Menière wird deshalb nicht allein anhand eines einzelnen Symptoms gestellt. Entscheidend sind Verlauf, Hörprüfung und die fachärztliche Beurteilung.
Wie wird Morbus Menière behandelt?
Es gibt derzeit keine Behandlung, die Morbus Menière zuverlässig heilt. Ziel der konventionellen Therapie ist deshalb, Schwindelattacken zu kontrollieren, Hörprobleme zu begleiten und die Auswirkungen der Erkrankung im Alltag zu reduzieren.
- Medikamente: können während akuter Schwindel- und Übelkeitsphasen eingesetzt werden.
- Hörversorgung: bei bleibender Hörminderung können Hörhilfen sinnvoll sein.
- Vestibuläre Rehabilitation: kann bei anhaltender Gleichgewichtsunsicherheit unterstützen.
- Tinnitus-Begleitung: kann helfen, die Belastung durch Ohrgeräusche zu reduzieren.
- Weitere HNO-Verfahren: kommen bei schweren, schwer kontrollierbaren Verläufen infrage.
Was kann im Alltag helfen?
Ein geregelter Tagesablauf, ausreichender Schlaf und ein bewusster Umgang mit individuellen Auslösern können hilfreich sein. Ernährung, Salz, Koffein, Alkohol und Stress werden häufig diskutiert. Pauschale Verbote sind jedoch nicht für jede Person gleich sinnvoll. Änderungen sollten bei ausgeprägten Beschwerden mit der behandelnden Fachperson abgestimmt werden.
Während oder kurz vor einer Schwindelattacke sollten Tätigkeiten vermieden werden, bei denen ein Sturz besonders gefährlich wäre.
Kann TCM bei Morbus Menière unterstützen?
Akupunktur wird bei Schwindel, Übelkeit, Stress und begleitenden Beschwerden eingesetzt. Für Morbus Menière selbst ist die wissenschaftliche Evidenz jedoch nicht stark genug, um Akupunktur als Ersatz für HNO-Diagnostik und etablierte Behandlung zu betrachten.
Bei gesicherter Diagnose kann eine ergänzende Behandlung symptomorientiert geplant werden. Im Vordergrund stehen dabei Beschwerden wie Übelkeit, Verspannung, Stress oder das subjektive Belastungserleben. Ein Fortschreiten einer Innenohrerkrankung lässt sich durch Akupunktur nicht zuverlässig verhindern.
Wann rasch medizinisch abklären?
- Plötzlicher neuer Hörverlust
- Neue neurologische Symptome wie Lähmung, Doppelbilder oder Sprachstörung
- Schwindel mit Bewusstseinsstörung
- Erstmals sehr starker oder ungewöhnlicher Schwindel
- Anhaltendes Erbrechen oder deutliche Austrocknung
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.