Was steckt hinter der Rhizarthrose?
Das Daumensattelgelenk an der Daumenwurzel macht die menschliche Hand erst richtig brauchbar: Es erlaubt dem Daumen, allen Fingern gegenüberzustehen. Genau deshalb ist es enorm belastet, bei jedem Griff, jedem Drehen, jedem Zupacken. Nutzt sich der Knorpel ab, reiben die Gelenkflächen aufeinander: Es schmerzt beim Aufschrauben der Flasche, beim Schlüsseldrehen, beim Wringen. Die Rhizarthrose ist die häufigste Arthrose der Hand, Frauen nach den Wechseljahren sind besonders oft betroffen, die hormonelle Umstellung spielt mit. Der Verlauf ist wellenförmig: Reizphasen mit Schwellung und starkem Schmerz wechseln mit ruhigeren Zeiten. Die ärztlichen Optionen reichen von Daumenschiene und Handtherapie über Infiltrationen bis zur Operation. In den Reizphasen und für den Alltag dazwischen lässt sich mit gezielter Behandlung viel Lebensqualität gewinnen.
Schmerzt nicht die Daumenseite, sondern die Kleinfingerseite des Handgelenks, kommt eine TFCC-Läsion in Frage.
Häufige Auslöser
Verschleiss und Veranlagung. Arthrose der Hand liegt oft in der Familie.
Hormonelle Umstellung. Nach den Wechseljahren steigt die Häufigkeit deutlich an.
Belastung. Jahre voller Handarbeit, Gartenarbeit, Handwerk oder repetitiver Griffe fordern das Gelenk.
Frühere Verletzungen. Alte Brüche oder Bänderverletzungen am Daumen begünstigen den Verschleiss.
Häufige Symptome
Wann du ärztlich abklären solltest
Anhaltende Schmerzen an der Daumenwurzel gehören ärztlich eingeordnet, das Röntgenbild sichert die Diagnose und das Stadium. Dort fällt auch der Entscheid über Schiene, Handtherapie, Infiltration oder Operation. Zügig abklären bei starker Schwellung mit Rötung und Überwärmung. Die TCM ergänzt die ärztliche Behandlung, sie ersetzt sie nicht.
Wie die TCM bei der Rhizarthrose begleiten kann
Der Knorpel wächst nicht nach, das verspricht seriös niemand. Behandelbar sind Schmerz, Reizung und die Muskulatur, die das Gelenk führt.
- Akupunktur wird direkt an Hand und Unterarm eingesetzt, um Schmerz und Entzündungsreizung zu dämpfen. Arthroseschmerzen gehören zu den am besten untersuchten Einsatzgebieten der Akupunktur.
- Moxibustion wärmt das Gelenk, was viele Betroffene besonders bei Kälteempfindlichkeit und in ruhigeren Phasen als wohltuend empfinden.
- Tuina mobilisiert sanft und lockert die verspannte Daumenballen- und Unterarmmuskulatur, die den schmerzenden Griff kompensiert.
- Elektroakupunktur ergänzt bei hartnäckigen Reizphasen.
Mehr zum Thema Gelenkverschleiss allgemein findest du auf unserer Arthrose-Seite.
Was du selbst tun kannst
- Daumenschiene in Reizphasen tragen, wenn ärztlich empfohlen
- Grosse Griffe nutzen: dicke Stifte, Griffverdickungen, Hebelhilfen für Flaschen
- Wärme in ruhigen Phasen, Kühlung bei akuter Reizung
- Daumen- und Handmuskulatur sanft trainieren, etwa mit Softball
- Belastungsspitzen verteilen: Pausen beim Gärtnern, Stricken, Handwerken
Wie eine Behandlung abläuft
Im Erstgespräch klären wir Stadium, Schmerzmuster, Reizphasen und was die Hand im Alltag leisten muss. Behandelt wird meist wöchentlich mit Akupunktur, ergänzt durch Moxibustion und sanfte Tuina, als Richtwert 8 bis 12 Sitzungen, danach oft Erhaltungstermine in Reizphasen. Schiene, Handtherapie und ärztliche Behandlung laufen ideal parallel. Den Verlauf messen wir konkret: Schmerz beim Greifen, Kraft, Alltagsfunktion.
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.


