Der trianguläre fibrokartilaginäre Komplex (TFCC) stabilisiert das Handgelenk an der Kleinfingerseite und federt Belastung ab. Er kann bei einem Sturz oder einer heftigen Drehung reissen oder sich mit dem Alter abnutzen. Die Abklärung umfasst Untersuchung, Röntgen und meist ein MRT. Stabile Verletzungen heilen mit Schiene, instabile werden handchirurgisch versorgt.
Was ist der TFCC?
Der TFCC (triangulärer fibrokartilaginärer Komplex) besteht aus einer Knorpelscheibe und mehreren Bändern, die Elle und Speiche mit den Handwurzelknochen verbinden. Er stabilisiert das Handgelenk vor allem bei Drehbewegungen und überträgt rund einen Fünftel der Kraft, die durch das Handgelenk geht. Eine TFCC-Läsion ist eine Verletzung oder ein Verschleiss dieses Komplexes.
Zwei Formen werden unterschieden: die traumatische Läsion nach Sturz oder Verdrehung, allein oder zusammen mit einem Speichenbruch, und die degenerative Läsion, bei der die Knorpelscheibe mit den Jahren dünner wird und einreisst. Degenerative Veränderungen sind ab dem mittleren Alter häufig und bleiben oft ohne Beschwerden. Diese Seite behandelt nur den TFCC; andere Ursachen von Handgelenkschmerz wie Sehnenscheidenentzündung, Karpaltunnelsyndrom oder Rhizarthrose haben eigene Seiten.
Typische Beschwerden
- Schmerz und Schwellung an der Kleinfingerseite des Handgelenks
- Schmerz beim Drehen des Unterarms, etwa beim Türöffnen oder Auswringen
- Schmerz beim Abstützen auf die Hand
- Klicken oder Schnappen beim Drehen, selten ein Blockieren
- Gefühl von Schwäche oder Instabilität im Handgelenk
Ursachen
Traumatische Läsionen entstehen typischerweise beim Sturz auf die Hand mit gleichzeitiger Drehung oder bei einer plötzlichen kräftigen Drehbelastung, zum Beispiel wenn eine Bohrmaschine verklemmt oder ein Golfschlag ungünstig trifft. Degenerative Läsionen entstehen durch Abnutzung, begünstigt durch eine im Verhältnis zur Speiche lange Elle, die ständig auf die Knorpelscheibe drückt.
Wie wird abgeklärt?
Die Handchirurgin oder Ärztin fragt nach dem Unfallhergang und untersucht Druckschmerz, Beweglichkeit und vor allem die Stabilität der Gelenke zwischen Elle und Speiche und zwischen Elle und Handwurzel. Ein Röntgenbild zeigt Knochenverletzungen und die Längenverhältnisse von Elle und Speiche. Ein MRT stellt grössere Risse dar. In unklaren Fällen bringt eine Handgelenkspiegelung (Arthroskopie) Klarheit. Ob eine Verletzung stabil oder instabil ist, entscheidet über die Behandlung.
Wie wird behandelt?
- Stabile traumatische Läsion: Ruhigstellung in Schiene oder Gips zur Schmerzlinderung, während der Körper die Verletzung mit Narbengewebe ausheilt. Die Heilung dauert etwa drei Monate, bis zur vollen Funktion oft sechs bis zwölf Monate.
- Instabile Läsion: Operation, bei der der TFCC mit Nähten und einem Anker wieder am Knochen befestigt wird; begleitende Knochenbrüche werden stabilisiert. Danach Schiene und Aufbau mit Handtherapie.
- Degenerative Läsion: zuerst konservativ mit Schonung, Schiene, Schmerzmitteln und Anpassung der Belastung; bei anhaltenden Beschwerden kommen eine Spritze, eine arthroskopische Glättung oder eine Verkürzung der Elle infrage.
- Physiotherapie oder Handtherapie für Beweglichkeit und Kraft nach der Ruhigstellung
Kann TCM ergänzend helfen?
Zur Akupunktur bei TFCC-Läsionen gibt es kaum Daten. Eine kleine randomisierte Studie mit 42 Personen untersuchte Elektroakupunktur zusätzlich zur Rehabilitation nach einer arthroskopischen TFCC-Naht; die Akupunkturgruppe erreichte nach vier und acht Wochen eine bessere Beweglichkeit und Funktion. Das ist eine einzelne kleine Studie zur Nachbehandlung und kein Beleg für die Behandlung der Verletzung selbst. Akupunktur kann einen gerissenen TFCC nicht reparieren und eine instabile Verletzung nicht stabilisieren. Nach der handchirurgischen Einordnung kann ein ergänzender Versuch zur Schmerzlinderung besprochen werden.
Wann zeitnah abklären?
- Schmerz und Schwellung am Handgelenk nach einem Sturz oder einer heftigen Drehung
- sichtbare Fehlstellung oder Verdacht auf Knochenbruch
- Handgelenk blockiert oder lässt sich nicht mehr drehen
- Taubheit oder Kribbeln in den Fingern
- Schmerz, der nach Wochen der Schonung nicht nachlässt
Nächster Schritt
Nach einer Verletzung gehört das Handgelenk rasch ärztlich untersucht, damit eine instabile Läsion nicht übersehen wird. Bei länger bestehenden Beschwerden an der Kleinfingerseite lohnt sich die Vorstellung in der Handchirurgie. Für einen ergänzenden Behandlungsversuch nach der Abklärung hilft der Praxisfinder.
Häufige Fragen
Wo liegt der TFCC?
An der Kleinfingerseite des Handgelenks, zwischen dem Ende der Elle und den Handwurzelknochen. Er verbindet Elle und Speiche und stabilisiert das Gelenk beim Drehen des Unterarms.
Braucht jede TFCC-Läsion eine Operation?
Nein. Stabile Verletzungen heilen in Schiene oder Gips, auch wenn das mehrere Monate dauert. Degenerative Veränderungen werden zuerst konservativ behandelt. Operiert wird bei instabilen Verletzungen oder anhaltenden Beschwerden.
Wann ist Handchirurgie sinnvoll?
Nach einer Verletzung mit Schwellung und Schmerz an der Kleinfingerseite, bei Instabilität, Blockierung oder wenn Beschwerden trotz Schonung über Wochen bestehen bleiben. Die Handchirurgie klärt, ob die Verletzung stabil ist.
Quellen
- Gloucestershire Hospitals NHS Foundation Trust: Injuries to the Triangular Fibro-Cartilaginous Complex (TFCC)
- Lim et al. 2024: Current concepts and new trends in management of isolated triangular fibrocartilage complex injuries, Journal of Hand Surgery (European Volume)
- Chang et al. 2021: Short-term effect of electroacupuncture on rehabilitation after arthroscopic triangular fibrocartilage complex repair, a randomised study, Journal of Orthopaedic Surgery and Research
