Was ist CRPS?
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom, kurz CRPS und früher häufig Morbus Sudeck genannt, ist eine komplexe Schmerzerkrankung. Sie entwickelt sich meist nach einer Verletzung, Operation oder Immobilisation einer Extremität. Die Schmerzen und Veränderungen können deutlich stärker sein, als aufgrund der ursprünglichen Verletzung zu erwarten wäre.
CRPS betrifft häufig Hand, Arm, Fuss oder Bein. Neben Schmerz können Hautfarbe, Temperatur, Schwellung, Berührungsempfindlichkeit und Beweglichkeit verändert sein.
Typische Beschwerden
Warum frühe Rehabilitation wichtig ist
Bei CRPS besteht die Gefahr, dass Schmerz, Schonhaltung und Bewegungsvermeidung sich gegenseitig verstärken. Eine spezialisierte Behandlung versucht deshalb, Funktion und normale Nutzung des betroffenen Körperteils schrittweise zu fördern.
Zu aggressive Belastung kann Beschwerden verstärken. Gleichzeitig ist vollständiges dauerhaftes Schonverhalten meist ebenfalls ungünstig. Deshalb sollte die Rehabilitation individuell durch erfahrene Fachpersonen gesteuert werden.
Wie wird CRPS behandelt?
Die Behandlung ist meist multidisziplinär und kann mehrere Bereiche kombinieren:
- Physiotherapie und Rehabilitation: zur schrittweisen Verbesserung von Bewegung und Funktion.
- Desensibilisierung: kann helfen, extreme Berührungsempfindlichkeit zu reduzieren.
- Schmerztherapie: Medikamente werden je nach Schmerztyp individuell eingesetzt.
- Ergo- und Alltagstherapie: unterstützt die Wiederaufnahme normaler Tätigkeiten.
- Psychologische Schmerztherapie: kann helfen, mit chronischem Schmerz umzugehen und Rehabilitation zu unterstützen.
- Spezialisierte Verfahren: können bei schweren Verläufen in Schmerzkliniken geprüft werden.
Kann Akupunktur bei CRPS eingesetzt werden?
Die wissenschaftliche Grundlage für Akupunktur speziell bei CRPS ist begrenzt. Sie sollte deshalb nicht an die Stelle einer spezialisierten Schmerz- und Rehabilitationstherapie treten.
Bei einzelnen Patientinnen und Patienten kann eine sehr vorsichtige ergänzende Behandlung erwogen werden, wenn das Behandlungsteam dies sinnvoll findet und Berührungsreize toleriert werden. Bei ausgeprägter Allodynie behandeln wir nicht aggressiv direkt in die schmerzhafte Region.
Ziel einer ergänzenden Behandlung wäre ausschliesslich Symptomunterstützung, etwa bei begleitender Muskelspannung oder allgemeinem Schmerzmanagement. Eine Normalisierung des komplexen Krankheitsprozesses kann nicht versprochen werden.
Wann ärztlich oder schmerzmedizinisch abklären?
- Ungewöhnlich starke, anhaltende Schmerzen nach Verletzung oder Operation
- Zunehmende Berührungsempfindlichkeit
- Deutliche Farb- oder Temperaturunterschiede einer Extremität
- Schwellung zusammen mit zunehmender Bewegungseinschränkung
- Fortschreitender Funktionsverlust
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.