Was eine TCM-Praxis wirklich kostet
Pauschale Schweizer Durchschnittswerte helfen wenig, weil Miete, Kanton und Praxisgrösse stark variieren. Hilfreich ist eine vollständige Liste und eine eigene Rechnung.
Das Wichtigste
- Kosten vollständig erfassen: einmalig, monatlich fix, variabel.
- Marketing ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung für Auslastung.
- Eine Liquiditätsreserve überbrückt die Monate, bevor die Praxis voll ist.
- Der Break-even ist eine Anzahl Behandlungen, keine Stimmung.
Wir nennen hier bewusst keine Durchschnittswerte für die Schweiz: Sie wären entweder erfunden oder für deine Situation irreführend. Stattdessen alle Kostenposten, die in eine ehrliche Rechnung gehören, und ein Beispiel, das du mit deinen Zahlen ersetzt.
Die Kostenposten
| Posten | Art | Worauf achten |
|---|---|---|
| Raum / Miete | fix, monatlich | inkl. Nebenkosten; Laufzeit und Kündigungsfrist |
| Kaution & Einrichtung | einmalig | Liege, Hygiene, Mobiliar, Anpassungen am Raum |
| Anerkennung & Berufsadministration | einmalig + jährlich | Registrierungen, Bewilligungen, Mitgliedschaften, Weiterbildungspflicht |
| Versicherungen | fix | Berufshaftpflicht, Sach-, ggf. Taggeldversicherung |
| Software | fix | Terminbuchung, Dokumentation, Rechnungsstellung |
| Buchhaltung | fix | Treuhand oder eigene Zeit, Steuern, Abschluss |
| Zahlung & Abrechnung | variabel | Kartengebühren, Rechnungsversand, Mahnwesen |
| Verbrauchsmaterial | variabel | Nadeln, Hygiene, Wäsche, Kräuter je nach Angebot |
| Telefon & Administration | fix | Erreichbarkeit während der Behandlungszeit |
| Marketing | fix/variabel | Website, Google-Profil, Anzeigen, Content |
| Personal | fix | Empfang oder angestellte Therapeut:innen inkl. Arbeitgeberbeiträge |
| Liquiditätsreserve | Puffer | deckt die Monate, bevor die Auslastung trägt |
Beispielrechnung zum Ersetzen
Ein bewusst einfaches Beispiel mit runden Zahlen, keine Durchschnittswerte: Angenommen, deine monatlichen Fixkosten (Miete, Versicherungen, Software, Buchhaltung, Telefon, Marketing) betragen zusammen CHF 5'000 und eine Behandlung bringt im Schnitt CHF 125 Umsatz. Dann brauchst du 40 Behandlungen pro Monat, nur um die Fixkosten zu decken, bei 4 Arbeitswochen also 10 pro Woche. Erst jede Behandlung darüber trägt zu deinem Einkommen bei.
Break-even-Behandlungen = Fixkosten ÷ Ø Umsatz pro Behandlung
Rechne das mit deinen eigenen Werten im Praxisrechner nach. Er berücksichtigt auch Marketing und optionale Personalkosten.
Marketing gehört in die Fixkosten
Viele Gründer:innen planen Marketing als Restposten. In der Praxis ist es die Voraussetzung, dass die Fixkosten überhaupt gedeckt werden. Wie Nachfrage entsteht und wie man misst, ob sie ankommt, steht unter Patienten gewinnen.
Liquidität für die Anlaufphase
Eine neue Praxis ist in den ersten Monaten selten voll ausgelastet. Die Reserve sollte die Differenz zwischen Kosten und Einnahmen dieser Monate decken, plus einen Puffer für Unerwartetes. Wie schnell die Auslastung steigt, hängt von Standort, Nachfrage und Sichtbarkeit ab.
Eigene Kosten modellieren
Trage deine Miete, Fixkosten und Preise ein und sieh, ab wie vielen Behandlungen deine Praxis trägt.
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