Was steckt hinter Ischiasschmerzen?
Der Ischiasnerv ist der längste Nerv des Körpers. Er verläuft vom unteren Rücken über das Gesäss bis in den Fuss. Wird er gereizt oder eingeengt, zieht der Schmerz typischerweise einseitig das Bein hinunter. Viele Betroffene beschreiben ihn als elektrisierend, brennend oder stechend. Husten, Niesen oder langes Sitzen verstärken die Beschwerden oft. In den meisten Fällen steckt eine muskuläre Verspannung oder eine gereizte Nervenwurzel dahinter, seltener ein Bandscheibenvorfall.
Häufige Auslöser
Verspannte Gesässmuskulatur. Ein verhärteter Piriformis-Muskel kann direkt auf den Ischiasnerv drücken. Langes Sitzen und wenig Bewegung begünstigen das.
Bandscheibenvorwölbung oder Vorfall. Tritt Bandscheibengewebe aus, kann es auf die Nervenwurzel drücken. Nicht jeder Vorfall verursacht Schmerzen, aber er ist eine häufige Ursache für ausstrahlende Beschwerden.
Einseitige Belastung. Schweres Heben mit rundem Rücken, ruckartige Drehbewegungen oder eine ungewohnte körperliche Anstrengung reizen den unteren Rücken.
Kälte und Zugluft. Ein ausgekühlter unterer Rücken verstärkt bei vielen Betroffenen die Beschwerden.
Häufige Symptome
Noch beim Einordnen? Wann ein taubes Bein beim Sitzen harmloser Positionsdruck ist und wann der Rücken dahintersteckt, erklären wir Schritt für Schritt.
Wann du ärztlich abklären solltest
Lähmungserscheinungen im Bein oder Fuss, Taubheit im Genital- oder Gesässbereich sowie Störungen von Blase oder Darm sind Notfälle und gehören sofort ärztlich abgeklärt. Auch bei starken Schmerzen nach einem Sturz, bei Fieber oder wenn die Beschwerden über Wochen nicht nachlassen, ist eine ärztliche Untersuchung wichtig. Die TCM ergänzt die ärztliche Diagnostik, sie ersetzt sie nicht.
Wie die TCM bei Ischias begleiten kann
Bei Ischiasbeschwerden setzt die TCM an der verspannten Muskulatur, der lokalen Durchblutung und der Schmerzverarbeitung an.
- Akupunktur wird bei Ischiasschmerzen besonders häufig eingesetzt. Nadeln am unteren Rücken, Gesäss und Bein können die Muskulatur entspannen und die Schmerzweiterleitung dämpfen.
- Schröpfen löst tiefsitzende Verhärtungen im Lenden- und Gesässbereich und fördert die Durchblutung.
- Tuina mobilisiert den unteren Rücken mit gezielten Griffen und lockert die betroffene Muskulatur.
- Moxibustion wärmt den unteren Rücken, was viele Betroffene gerade bei kälteempfindlichen Beschwerden als wohltuend empfinden.
Da Ischiasbeschwerden oft mit Rückenproblemen zusammenhängen, findest du mehr auf unserer Seite zu Rückenschmerzen.
Was du selbst tun kannst
- In Bewegung bleiben, lockeres Gehen ist meist besser als Bettruhe
- Wärme am unteren Rücken, etwa Wärmflasche oder warmes Bad
- Die Stufenlagerung ausprobieren: Rückenlage, Unterschenkel auf einen Stuhl
- Langes Sitzen unterbrechen, spätestens jede Stunde aufstehen
- Beim Heben in die Knie gehen statt den Rücken zu runden
Wie eine Behandlung abläuft
Im Erstgespräch klären wir, wo genau der Schmerz verläuft, was ihn auslöst und wie lange er schon besteht. Wir tasten die betroffene Muskulatur ab und erstellen daraus einen Behandlungsplan, meist Akupunktur, ergänzt durch Schröpfen oder Tuina. Bei akuten Beschwerden sind zwei Sitzungen pro Woche sinnvoll, danach vergrössern wir die Abstände. Wie es weitergeht, besprechen wir nach den ersten Terminen.
Kosten und Krankenkasse
Die Behandlung läuft über die Zusatzversicherung. Bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeutinnen beteiligen sich viele Zusatzversicherungen mit 80 bis 100 Prozent, die Grundversicherung deckt es nicht. Details findest du auf unserer Seite zur Krankenkasse.



